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Zeitalter des unsicheren Welthandels

Die Seefracht ist zentraler Bestandteil internationaler Lieferketten - nicht zuletzt Staus in den Häfen sorgten bereits 2021 für Engpässe in der Industrie (Symbolbild)
© Foto: shaunl/ iStock

In der Transport- und Logistikbranche sind die Handelsaktivitäten noch überdurchschnittlich hoch. Doch internationale Spannungen und Corona-Beschränkungen beeinträchtigen die Lieferketten. Ein Trend, der sich fortsetzen könnte und Folgen hat?


Datum:
26.04.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher
Lesezeit: 
2 min
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Geopolitische Spannungen und pandemiebedingte Verkehrseinschränkungen stellen die Transport- und Logistikbranche vor Herausforderungen. Aktuelle Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Corona-Beschränkungen in China wirken sich negativ auf die Stabilität der Lieferketten, auf die Rohstoffpreise und die Energieressourcen aus. Der Finanzdienstleister Tradeshift gibt allerdings auch an, dass das Transaktionsvolumen, das Handelsaktivitäten und Forderungen aus Lieferantenzahlungen abbildet, in der Branche derzeit höher ausfällt als erwartet.

Branchenübergreifend sei das weltweite Auftragsvolumen im ersten Quartal dieses Jahres gesunken, so Tradeshift, was sich auf aktuellen Ereignisse in der Ukraine und in China zurückführen lasse. Hinzu kommen verspätete Lieferantenzahlungen, die im letzten halben Jahr fast doppelt so hoch waren wie in den sechs Monaten vor der Pandemie.

Deutsche Industrie gefährdet

40 Prozent der deutschen Industrieunternehmen gaben gegenüber Tradeshift an, dass sie Lieferengpässe erwarteten. In der Automobilindustrie waren in den vergangenen Wochen Montagebänder wegen fehlender Kabelbäume aus der Ukraine bereits geschlossen worden. Dem gegenüber blieb das Rechnungsvolumen laut Tradeshift im ersten Quartal 2022 relativ robust, was das Unternehmen damit erklärt, dass die Zulieferer immer noch einen Rückstand an bestehenden Aufträgen abarbeiten.

Dennoch könnten weiterhin Lieferkettenprobleme auftreten, etwa angesichts akuter Überlastung der Häfen und Unterbrechungen im Frachtverkehr zwischen Europa und Asien, verstärkt durch die Schließung des russischen Luftraums. Durch die bestehende Starrheit und Unflexibilität der meisten Lieferketten, so Tradeshift, dürfte es sich als sehr schwierig erweisen, schnelle und praktikable Lösungen für diese Probleme zu finden.

Reshoring und Nearshoring

Mit Verweis auf eine Prognose von McKinsey führt der Dienstleister "Reshoring" und "Nearshoring" an (also die Rückholung von Produktion in das Heimatland beziehungsweise in Nachbarländer) als Reaktion der Unternehmen und als mögliche Tendenz, um bei Lieferkettenproblemen weniger betroffen zu sein. "Das Jahr 2022 hat ein neues Kapitel in einem Zeitalter der Unsicherheit für den Welthandel aufgeschlagen", stellte Christian Lanng, CEO von Tradeshift, zusammenfassend fest. "Die Globalisierung mag zwar auf dem Rückzug sein, aber die Widerstandsfähigkeit wird davon abhängen, dass die Lieferketten vernetzter, vielfältiger und kollaborativer werden als je zuvor.", empfahl er anschließend. (jl/ste)

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