WSV-Reform: Gewerkschaft ruft zum mehrtägigen Streik auf

05.07.2013 12:22 Uhr

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi protestiert gegen Verweigerung on Tarifverhandlungen seitens der Bundesregierung.

Berlin. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) sowie Beschäftigte der weiteren Behörden des Bundesverkehrsministeriums zu einem mehrtägigen Streik aufgerufen. Von kommenden Montag (8. Juli) an sollen sie die Arbeit niederlegen. Hintergrund ist laut Verdi die harte Haltung der Bundesregierung bei Umsetzung der WSV-Reform.

„Nachdem die Verhandlungen über einen Schutz der Beschäftigten am Widerstand des Bundes, einvernehmliche Regelungen zu treffen, gescheitert sind, bleibt der Streik als letztes Mittel, um den Abschluss eines Tarifvertrages zu erzwingen", wird Verdi-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp in einer Mitteilung zitiert. Der Streik werde am 8. Juli zunächst in Baden-Württemberg und Nordrhein Westfalen, am 9. Juli in Niedersachsen, Bremen und Bayern aufgenommen und später bundesweit ausgeweitet werden. Die Streiks würden vor allem durch Schließung der Schleusen große Auswirkungen auf Gütertransporte, aber auch auf die Fahrgastschifffahrt haben.

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) hat die Ankündigung der Gewerkschaft „mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen“, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. Der Streik komme zur ungünstigsten Zeit, kritisiert der BÖB. Die vom Hochwasser betroffenen Wasserstraßen seien nach den Aufräumarbeiten gerade dabei die Schäden aufzuarbeiten und zu beseitigen. „Sie sind dafür dringend auf eine einsatzbereite und leistungsfähige Wasserstraßenverwaltung angewiesen“, schriebt der BÖB.

 

Mit „absolutem Unverständnis" reagiert der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) auf den Aufruf der Gewerkschaft. „Die Unzufriedenheit mit der seit knapp zwei Jahren diskutierten Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wird nun auf dem Rücken der verladenden Wirtschaft und der gesamten Logistikbranche, insbesondere aber auf dem Rücken der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt, ausgetragen“, erklärt BDB-Präsident Georg Hötte. Mit bundesweiten und wochenlangen Streiks schieße Verdi über das Ziel hinaus. Hötte appellierte an Verdi, den Streik abzusagen.

Verdi hatte nach eigenen Angaben den Streik wegen des Hochwassers bisher ausgesetzt. „Alle Beschäftigten, die mit der Bewältigung der Flutfolgen befasst sind, werden selbstverständlich weiterarbeiten“, betonte Verdi-Vorstand Meerkamp am Freitag. (diwi)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

Heiko Herbstsommer

08.07.2013 - 21:48 Uhr

Ich reagiere als Schleusenbediensteter auch äußerst befremdlich über die Reaktion des BdB und des BöB! Jahrzehntelang (der letzte Streik war 1991) hat die Schleusenbelegschaft loyal ihre Stellung gehalten und geschleust auf Teufel komm raus, damit die Wirtschaft keinen Schaden nimmt. Die durch die Politik verursachte Personsaleinsparungen und Diskreditierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wurden immer mehr bis an die Belastungsgrenzen der Beschäftigten durchgeführt, die in diesem Streik endlich Luft erhalten. Ich bin befremdet über diese "Unverständlichkeit" der Binnenschifffahrt, die schon seit Jahren darunter leidet, das keinerlei Lobby vorhanden ist und die, sobald die "Verwaltung" darauf hinweist, das es tatsächlich so ist, nichts besseres zu tun hat, als das Messer herausholt und den Leuten in den Rücken rammt, die auf die absolut vorhandenen Mißstände hinweist. Eigentlich solltet ihr aus Solidarität mit euren Schiffen die Vorhäfen zupflastern, aber mit eurem Gejammer spielt ihr nur der Bundesregierung und diesem Verkehrsminister pro in die Karten!


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.