Kiel Der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist in diesem Jahr bislang rückläufig. Sowohl die Zahl der Schiffe als auch die transportierte Ladungsmenge sind im ersten Halbjahr geschrumpft, wie die Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt am Mittwoch mitteilte. In den ersten sechs Monaten befuhren demnach 15.940 Schiffe den Kanal. Das waren 1411 Schiffe weniger als im Vorjahreszeitraum. Parallel sank die Landungsmenge um 3,5 Millionen Tonnen auf 48.8 Millionen Tonnen.
Der Rückgang sei moderat ausgefallen, sagte der Dezernatsleiter für Schifffahrt, Jörg Heinrich. „Trotz unplanmäßiger altersbedingter Reparaturen und einem kurzfristigen Ausfall der großen Schleusen in Brunsbüttel vom 6. bis 14. März dieses Jahres ist der Nord-Ostsee-Kanal bei der Schifffahrt nach wie vor gefragt.“ Im Juni sei die transportierte Tonnage gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um zwei Prozent auf gut 8,3 Millionen Tonnen angestiegen.
Der gut 100 Kilometer lange NOK ist eine der meist befahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Er verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um 250 Seemeilen (402 Kilometer). Die Schleusenanlagen sind jedoch seit fast hundert Jahren ununterbrochen in Betrieb und mittlerweile marode. Dadurch müssen Schiffe oft lange warten, bevor sie in den Kanal einfahren oder ihn verlassen können. In Brunsbüttel soll deshalb für 375 Millionen Euro eine 5. Schleusenkammer gebaut werden. (dpa)