Weltgrößtes Containerschiff nimmt Kurs auf Deutschland

18.08.2006 15:43 Uhr

11.000-TEU-Frachter soll Mitte September in Bremerhaven anlegen: Ausbaggern der Wendestelle verzögert sich

Bremerhaven. Das nach Reedereiangaben derzeit größte Containerschiff der Welt nimmt erstmals Kurs auf einen deutschen Hafen. Am 18. September werde die 400 Meter lange und 56 Meter breite „Emma Maersk“ auf ihrer Jungfernfahrt zu einem Kurzbesuch in Bremerhaven erwartet, bestätige heute ein Sprecher der Reederei Maersk Sealand. Nach Angaben der Hafengesellschaft Bremenports muss zuvor allerdings noch ein Engpass im Weserfahrwasser beseitigt werden. Nach einer verzögerten Genehmigung könne die 600 Meter breite Wendestelle zunächst nur provisorisch angelegt werden. Mit einer Tragfähigkeit von 11.000 Standardcontainern (TEU) ist die „Emma Maersk“ das erste Schiff dieser Größenordnung, für die in Wilhelmshaven der Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port gebaut werden soll. Vor dem Containerterminal in Bremerhaven wird es nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Aurich bereits eng für den Riesen: Die derzeitige Wendestelle in der Weser ist nur 50 Meter länger als das Schiff. Ursprünglich sollte die neue Wendestelle rechtzeitig vor der Ankunft des Riesenschiffes fertig gestellt werden. Wegen der vorliegenden Einwände gegen das Bauvorhaben müsse der Planfeststellungsbeschluss aber besonders genau geprüft werden, sagte ein WSD-Sprecher. Bremenports rechnet nach eigenen Angaben Anfang der Woche mit der Genehmigung. Dann bestünde gerade noch genügend Zeit, provisorisch Platz für die „Emma Maersk“ zu schaffen. Für die Wendestelle, in der das Schiff nach dem Ablegen von der Kaje gedreht wird, müssen laut WSD rund 2,2 Millionen Kubikmeter Sand aus der Weser gebaggert werden. Gegen das Vorhaben liegen 48 Einsprüche unter anderem der Gemeinden am Westufer der Weser vor. Die „Emma Maersk“ ist rund 30 Meter länger als die derzeit größten Containerschiffe der Welt, deren Kapazität offiziell mit 7000 TEU angegeben wird. Das Schiff wird zur Zeit im dänischen Odense fertig gestellt und startet am 16. September im schwedischen Göteborg zu seiner Jungfernfahrt. Der Containerfrachter soll künftig zwischen Europa und Fernost pendeln und neben Bremerhaven auch Rotterdam anlaufen. (dpa/sb)

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