Wolfsburg. In die Sanierungsverhandlungen bei Volkswagen kommt Bewegung: Der VW-Betriebsrat hat erstmals Kompromissbereitschaft bei einer möglichen Verlängerung der Arbeitszeit signalisiert. "Wenn es zum Beispiel um eine Verlängerung der Arbeitszeit gehen sollte, dann wird sich keiner im Interesse der gemeinsamen Zukunftssicherung verschließen", schrieb Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh in einem Brief an die VW-Mitarbeiter. "Allerdings nicht ohne Gegenleistung und schon gar nicht, wenn andere dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren", schränke Osterloh die Haltung des Betriebsrates ein. Er forderte erneut eine "Standort- und Beschäftigungssicherung". Über Pläne des Managements, bei VW die Arbeitszeit zu verlängern, gibt es seit längerem Spekulationen. Bisher gilt in den westdeutschen Werken überwiegend die 28,8-Stunden-Woche. Medienberichten zufolge plane VW-Markenchef Wolfgang Bernhard aber eine 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Dies haben Betriebsrat und IG Metall bisher jedoch vehement abgelehnt. Für den Betriebsrat seien die Ziele, die der Vorstand dem Aufsichtsrat für den Konzern und die Marke Volkswagen vorgestellt habe - eine Verbesserung vom Qualität, Kosten und Vertriebsleistung - "absolut unstrittig". Der Betriebsrat sehe "erheblichen Handlungsbedarf", damit der Konzern nachhaltig wettbewerbsfähig werde. Über detaillierte Maßnahmen sei im Aufsichtsrat aber nicht gesprochen worden. Bereits im Februar hatte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm für die Marke VW angekündigt, die vergleichsweise teuer produziert wird under Überkapazitäten hat. Von dem Programm könnten rund 20.000 Beschäftigte betroffen sein, hieß es. (dpa/stb)
VW-Betriebsrat signalisiert Kompromissbereitschaft
Sanierungsverhandlungen bei Volkswagen: Poker um die Arbeitszeit