Göteborg/Schweden. Mit ehrgeizigen Übernahmen will Volvo-Chef Leif Johansson die Produktpalette des weltweit zweitgrößten LKW-Herstellers erweitern. „Unser Wachstumsziel liegt bei zehn Prozent", sagte Johansson der „Financial Times". „Organisch ist das praktisch unmöglich zu erreichen, deshalb wird ein beträchtlicher Teil über Zukäufe kommen." Gerüchten zufolge kaufe sich derzeit eine Gruppe von Aktionärsschützern und Hedge-Fonds bei Volvo ein, hieß es in einem Bericht der „Financial Times Deutschland" (FTD). Demnach halten sie die Volvo-Geschäftsführung für zu konservativ und wollen sie dazu bewegen, die Aktionäre durch einen Aktienrückkauf oder eine Sonderausschüttung zu belohnen. Durch den Plan, die Barreserven für Zukäufe zu nutzen, nimmt Johansson der Kritik die Spitze. Zudem sollen so alteingesessene Aktionäre beruhigt werden. „Wir haben beschlossen, unser Pulver so lange nicht zu verschießen, bis wir in unserer Branche vor strukturellen Veränderungen stehen“, sagte Johansson. „Wir werden uns alles in unseren Geschäftsbereichen ansehen. Ich glaube nicht, dass wir einen neuen Geschäftszweig hinzufügen werden, aber eine umfassendere Produktpalette ist denkbar.“ Realistisch wäre eine Ausweitung der 13-Prozent-Beteiligung am japanischen LKW-Hersteller Nissan Diesel, berichtete die Financial Times. Volvo habe die Option, die Beteiligung innerhalb von vier Jahren auf 19 Prozent auszubauen, Johansson schloss aber einen darüber hinausgehenden Aktienzukauf nicht aus. Volvo würde zudem mit dem chinesischen LKW-Hersteller Dongfeng über ein Bündnis sprechen. „In China diskutieren wir etwas Größeres“, sagte Johansson. Auch der Kauf eines russischen Herstellers sei denkbar. Sein Augenmerk richte Johansson auch auf den Bereich Baumaschinen. Hier ist Volvo weltweit hinter Caterpillar und Komatsu die Nummer drei. (tz)
Volvo will mit Zukäufen wachsen
Zehn Prozent Wachstum angepeilt – umfassendere Produktpalette laut Volvo-Chef Johansson möglich