Verband: "Schweizer Verlagerungspolitik ein Fiasko"

12.09.2008 16:48 Uhr
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Alpentransitbörse soll Güterverkehr auf die Schiene verlagern (Bild: ddp)

ASTAG: Politik will mit Zwangsmaßnahmen wachsenden Straßengütertransport unterbinden und schadet damit dem Wirtschaftsstandort Schweiz

Bern. „Die jüngsten Zahlen zum Alpen überquerenden Güterverkehr machen deutlich, dass die Schweizer Verlagerungspolitik definitiv gescheitert, ja dass sie ein eigentliches Fiasko ist. Erneut haben im ersten Semester 2008 sowohl die Lastwagenfahrten als auch die Gütermengen auf der Strasse zugenommen, während die Bahn schlechtere Zahlen meldet“, so das Fazit von Michael Gehrken, Direktor des Schweizer Nutzfahrzeugverbandes ASTAG. „Aus unserer Sicht ist das keine neue Erkenntnis“, so Gehrken. „Erstaunlich ist, dass es offenbar nun auch die rot-grünen Kreise gemerkt haben, obwohl sie bislang stets der Meinung waren, die Verlagerung komme voran!“ Während im ersten Halbjahr 2008 sowohl die Anzahl der Lastwagenfahrten um 3,8 Prozent als auch die transportierte Gütermenge um 4,1 Prozent stiegen, betrug die Zunahme auf der Schiene nur 3,2 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung versuche man nun verzweifelt, mit weiteren Zwangsmaßnahmen zulasten des Straßenverkehrs (Stichwort: Alpentransitbörse) die Verlagerung zu erzwingen. Für Gehrken ist jedoch klar, dass „die vorgeschlagenen Maßnahmen dem Wirtschaftsstandort Schweiz weiteren Schaden zufügen würden“, für die angestrebte Verkehrsverlagerung seien diese dagegen „völlig nutzlos“. Dazu gehört „in erster Linie die Alpentransitbörse, die eine staatliche Kontingentierung von Durchfahrtsrechten und damit nochmals eine Kostensteigerung für die Schweizer Wirtschaft mit sich brächte.“ In der kommenden Woche (Dienstag, Mittwoch) diskutiert das eidgenössische Parlament in der Herbstsession erstmals die Güterverkehrsvorlage – in der die Alpentransitbörse integriert ist – „und je nachdem, wie das Ergebnis aussieht wird die ASTAG Maßnahmen ergreifen“, so Michael Gehrken. (hrk)

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