Verbände kritisieren Kölner Umweltzone

17.07.2009 14:12 Uhr
ddp
Umweltschützern sind die Vorgaben in Köln nicht streng genug
© Foto: ddp

Umwelt- und Verkehrsverbände fordern die Stadt Köln zur Ausweitung ihrer Umweltzone auf

Köln. Vier Umwelt- und Verkehrsverbände haben die Stadt Köln zur Ausweitung ihrer Umweltzone aufgefordert. Köln habe zwar mit der frühen Einführung Anfang 2008 eine Vorreiterrolle übernommen, Städte wie Berlin oder Hannover seien mittlerweile aber sehr viel weiter, sagte Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Freitag in Köln. An der Kampagne beteiligen sich neben dem NABU der Verkehrsclub Deutschland, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). In Berlin beispielsweise dürften ab 2010 nur noch die schadstoffärmsten Autos, also die mit grüner Plakette, die Umweltzone befahren. In Köln dagegen überlege man lediglich, rote Plaketten auszuschließen und gelbe weiter zuzulassen. Das sei nicht weitreichend genug, sagte Wolfram Sedlak vom VCD. Zudem müsse die Umweltzone auf ein viel größeres Gebiet als nur die Innenstadt ausgeweitet werden. Momentan könne man mit einer einzigen Messstation in Köln noch keine detaillierten Angaben zum Erfolg der Umweltzone machen. Die Auswertungen der insgesamt 16 Messstationen in Berlin dagegen sprächen eine klare Sprache: In der Hauptstadt sei der Rußgehalt in der Luft um gut ein Viertel zurückgegangen. Der Verkehr ist mit 30 Prozent einer der Hauptverursacher des Schadstoffes. Darüber hinaus müsse auch die Schifffahrt als Luftverschmutzer stärker in die Verantwortung genommen werden. Natürlich blieben die Forderungen einer Rußreduktion nicht auf Köln begrenzt, fügte Verkehrsberater Axel Friedrich hinzu. Mit der Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ würden auch anderer deutsche und europäische Städte aufgefordert, sich stärker am Umweltschutz zu beteiligen. Eine weitreichende Rußreduktion würde sich sowohl positiv auf das Klima auswirken als auch auf die Gesundheit der Menschen, sagte der Experte: Allein in der Europäischen Union würden jedes Jahr rund 300.000 Menschen aufgrund der Feinstaubbelastung vorzeitig sterben. (dpa)

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