US-Fluggesellschaften in schweren Turbulenzen

22.07.2009 09:35 Uhr

Wirtschaftskrise und Schweinegrippe belasten Airlines: Continental Airlines und United Airlines kündigen harte Sparprogramme an

Chicago/Houston. Die Krise der großen US-Fluggesellschaften spitzt sich zu. Als weiteres Opfer ist Continental im zweiten Quartal wegen Wirtschaftskrise und Schweinegrippe erneut tief in die roten Zahlen geflogen. Rivale United Airlines schaffte zwar ein kleines Plus - aber nur durch hohe Einmalgewinne aus Treibstoffgeschäften. Beide Lufthansa-Partner kündigten weitere Einschnitte an. Continental Airlines erlitt wegen der fallenden Passagierzahlen und sinkenden Ticketpreise einen Verlust von 213 Millionen Dollar (150 Millionen Euro) nach lediglich fünf Millionen Dollar Minus ein Jahr zuvor. Der Umsatz sei um knapp 23 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar eingebrochen, teilte die Gesellschaft am Sitz im texanischen Houston mit. Continental streicht nun erneut 1700 Jobs. Der United-Mutterkonzern UAL erzielte unter dem Strich einen kleinen Überschuss von 28 Millionen Dollar. Ohne Sondergewinne aus Spritgeschäften wäre ein Verlust von 323 Millionen Dollar geblieben. Im Vorjahr hatte das Minus sogar 2,7 Milliarden Dollar erreicht. Der Umsatz brach um mehr als ein Viertel auf 4,0 Milliarden Dollar ein. Als Konsequenz kürzt UAL die internationalen Flüge nochmals um sieben Prozent. Auch die im Vergleich sehr gut positionierte deutsche Lufthansa kündigte wegen der Krise gerade erst einen massiven Stellenabbau an. Vor allem durch drastische Einsparungen soll das Ergebnis um eine Milliarde Euro aufgebessert und im Plus gehalten werden. Die klassischen US-Anbieter erleben in der Rezession einen der steilsten Sinkflüge ihrer Geschichte. Dabei läuft im Sommer das Geschäft normalerweise am besten. Experten befürchten bei einer weiteren Verschlechterung eine neue Pleitewelle in der Branche. Die meisten großen US-Fluglinien hatten erst in den vergangenen Jahren über Insolvenzen Altlasten abgeworfen und einen Neustart geschafft. Die Anbieter haben zuletzt schon mit der Streichung zehntausender Jobs reagiert, ihre Flotten drastisch verkleinert und massiv Verbindungen gestrichen. Im Inland sind die Kapazitäten nun nach Branchenangaben so niedrig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. (dpa)

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