Berlin. Immer mehr Unternehmen missbrauchen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" die staatliche Förderung von Kurzarbeitern. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verdächtige nach eigenen Angaben bereits 116 Firmen, zu Unrecht Kurzarbeitergeld kassiert zu haben. "Viele Fälle haben wir bereits der zuständigen Staatsanwaltschaft oder dem Hauptzollamt übergeben", sagte eine Sprecherin der Behörde der Zeitung (Samstag). Die meisten seien in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entdeckt worden. Die Bundesagentur hat deshalb dem Bericht zufolge für diese drei Bundesländer zusätzliche Prüfgruppen mit jeweils sieben Mitarbeitern geschaffen. Sie sollen Missbrauch aufdecken. Laut Bundesagentur seien zwei Betrugsmaschen besonders häufig: Die Unternehmen melden Kurzarbeit an, die Mitarbeiter müssen aber trotzdem voll arbeiten. Dadurch bekommen die Arbeitgeber einen Teil ihrer Personalkosten durch die Arbeitsagentur ersetzt. Oder Firmen kassieren die Lohnzuschüsse für Beschäftigte, die im Urlaub oder krank sind. Auch dies sei strafbar. (dpa)
Unternehmen betrügen bei Kurzarbeitergeld
Medienbericht: Bundesagentur für Arbeit verdächtigt 116 Firmen zu Unrecht Kurzarbeitergeld kassiert zu haben