Prag. Die geplante Trasse der im Bau befindlichen Autobahn Prag-Dresden durch das böhmische Mittelgebirge wird vermutlich doch nicht wie bisher geplant im Jahr 2007 befahrbar sein. Der Termin sei wegen eines Streits mit Bürgerinitiativen "mit größter Wahrscheinlichkeit" nicht einzuhalten, sagte ein Sprecher von Bauherr RSD am Dienstag der Prager Nachrichtenagentur CTK. Während RSD die Straße weitgehend oberirdisch durch ein Naturschutzgebiet bauen will, fordern Umweltschützer einen längeren Tunnel. "Falls wir diesen Tunnel bauen, ist er frühestens 2008 befahrbar", sagte der Sprecher. "Und falls wir die andere Lösung wählen, können die Bürgerinitiativen die Bauarbeiten mit Widersprüchen Jahre lang blockieren." Ein Mitarbeiter des Umweltministeriums in Prag sprach sich am Dienstag ebenso wie ein Experte der tschechischen Akademie der Wissenschaften fuhr die "ökologisch und technisch einfachere" Tunnel-Lösung aus. Für die 16,4 Kilometer lange Trasse zwischen Lovosice und Trmice rechnet Tschechien mit Kosten von 275 Millionen Euro. Sollte dort statt der bisher geplanten zwei kurzen Tunnel ein längerer Tunnel gebaut werden, würden sich die Kosten schätzungsweise um 65 Millionen Euro erhöhen. (dpa)
Umstrittene Autobahn-Trasse in Tschechien wohl nicht 2007 befahrbar
Streit mit Bürgerinitiativen verzögert Bau des 16,4 Kilometer langen Teilstücks zwischen Lovosice und Trmice