Hamburg. Der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) rechnet für das Jahr 2013 sowohl im gesamten Seegüterumschlag als auch im Containerumschlag mit einem moderaten Wachstum. Das sagte UVHH-Präsident Gunther Bonz am Dienstag vor der Presse. Der gesamte Seegüterumschlag werde 2013 bei 136 Millionen Tonnen liegen, das ist ein Plus von 3 bis 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Containergeschäft fällt das Plus laut UVHH mit zwei bis drei Prozent etwas geringer aus – der Verband erwartet für 2013 rund 9 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer). Im ersten Halbjahr lag der Containerumschlag laut Bonz bei einem Plus von 2,1 Prozent; das Massengut entwickelte sich mit 4,4 Prozent deutlich dynamischer. In den deutschen Seehäfen insgesamt ging der Gesamtumschlag hingegen um durchschnittlich 2,6 Prozent zurück. Für das Jahr 2014 hofft die Hamburger Hafenwirtschaft auf weiteres Wachstum aufgrund besserer konjunkturelle Rahmendaten. Asien werde im Jahr 2014 um 6,5 Prozent wachsen, Russland um 3 Prozent. „Dies sind die wichtigsten Handelspartnerländer des Hamburger Hafens“, sagte Bonz.
Gefahren für das Wachstum sieht der UVHH-Präsident in der maroden Verkehrsinfrastruktur im Hinterland des Hamburger Hafens. Der Zustand der Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals oder die Sperrung der Rader Hochbrücke hätten enorme Beeinträchtigungen mit sich gebracht. „Der Instandhaltungsrückstau bei der Infrastruktur gefährdet zunehmend den Logistikstandort Deutschland“, sagte Bonz, der die Bundesregierung aufforderte den Verkehrsetat um 7 Milliarden Euro pro Jahr aufzustocken. Zudem müssten Genehmigungs- und Planungsvorhaben verkürzt werden. Bonz wiederholte seine Forderungen, sowohl den Instanzenweg für Infrastrukturprojekte als auch das Verbandsklagerecht zu überprüfen. Hamburg leidet derzeitig unter erheblichen Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten. Dazu zählen die Hafenquerspange, die Elbvertiefung und der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals.
Auf Kollisionskurs ging Gunther Bonz mit dem Hamburger Senat. Er forderte diesen auf, die Hamburg Port Authority (HPA) von der Instandhaltung des Straßen- und Schienennetzes in Hamburg zu entlasten und diese aus Haushaltsmitteln zu bestreiten. Momentan wendet die HPA für diese Aufgaben 115 Millionen Euro im Jahr auf, davon 40 Millionen für das Straßennetz. (hel)