Hamburg. Hamburg. Auf die Weltschifffahrt kommt in diesem Jahr noch einmal eine gewaltige Welle von neu ausgelieferten Schiffen zu. Dadurch werde das bereits bestehende Ungleichgewicht zwischen Transportraumangebot und der Nachfrage nach Seeverkehrsdienstleistungen weiter wachsen. Zu dieser Einschätzung kam Torsten Wagner von Deutsche Shipping, der Abteilung der Deutschen Bank für Schiffsfinanzierung, am Dienstag in Hamburg anlässlich der Vorlage der Geschäftsahlen für 2008. Besonders betroffen vom Kapazitätszugang sei die Containersparte, die, unter dem Eindruck der Globalisierung, in den vergangenen Jahren bereist erheblich an Umfang gewonnen hat. Nach dem „jähen Sturzflug“ der Charterraten für Containerschiffe ab dem Herbst 2008 drohten diesem Marktsegment weitere Probleme. Weltweit seien derzeit Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von rund 1,1 Millionen Standardcontainer (TEU) beschäftigungslos beziehungsweise nicht richtig ausgelastet. „Dieser Wert dürfte 2009 um weitere 20 Prozent steigen“, so Wagner. Hinter der DB Shipping liegt nach Bewertung des neuen Führungsduos um Ralf Bedranowsky und Annemarie Ehrhardt, erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr. „Wir haben 2008 das sehr gute Vorjahr sogar noch übertreffen können“, betonte Bedranowsky. Mit rund 59, 5 Millionen Euro lag das Ergebnis um rund 44,5 Prozent über dem Niveau von 2007. Der Zins- und Provisionsüberschuss lag im Berichtsjahr mit knapp 86 Millionen Euro rund 26 Prozent über dem von 2007. Das Valutierungsvolumen erreichte 2008 rund 2,6 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Rund 41 Prozent des Neugeschäftes entfiel dabei auf Deutschland, während sich die verbleibenden 59 Prozent auf andere Regionen der Welt verteilte. Die Deutsche Bank Shipping (DB Shipping) setzt große Wachstumshoffnungen in den Markt in Südeuropa. Vor allem Griechenlands Reederschaft will die Schiffsfinanzierungssparte der Deutsche Bank-Gruppe in den kommenden Jahren ein besonderes Augenmerk schenken. Bereits im abgelaufenen Berichtsjahr konnte DB Shipping im Süden der EU, vor allem in Griechenland, bei Neugeschäften kräftig zulegen, berichtete Bedranoswky. Der Ertragsanteil, der 2008 in Griechenland erwirtschaftet werden konnte, verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf knapp 19 Prozent. Griechische Reeder gehörten nachweislich zu den erfolgreichsten der Welt, betonte Bedranowsky. „Sie zählen heute zu den kapitalstärksten der Welt.“ Dieses Potenzial wolle man daher gezielt erschließen, so Bedranoswky. Allerdings auch das sei klar: Deutschland bleibt für das Institut weiterhin das Brot- und Buttergeschäft. DB Shipping habe auch 2008 an seinem Kurs, sich in der Schiffsfinanzierung auf verschiedene Marktsegmente – von der Containerschifffahrt, über den Bulk-Sektor bis hin zu Offshore-Fahrzeugen – zu konzentrieren, festgehalten, stellte Vorstandsmitglied Ehrhardt heraus. „Wir haben eine sehr junge Flotte in unserem Bestand.“ Gut die Hälfte der von DB Shipping finanzierten Flotte weist ein Alter von einem bis vier Jahre auf. 2009 beurteilt das Geldinstitut „vorsichtig zuversichtlich“. Ein Wachstum , wenngleich auch kleineren Umfangs, sei eingeplant, so Bedranowsky. Entscheidend sei, wie sich die internationale Finanzmarktkrise in den kommenden Monaten weiterentwickeln werde. Mit „Leistungsstörungen“ seitens der Reeder-Kundschaft im größeren Umfang rechnet DB Shpping nicht. Ehrhardt: „Für 2008 können wir klar sagen: Wir hatten weder Zins- und Tilgungsstundungen noch Einzelwertberichtigungen.“ (eha)
Überkapazitäten in der Schifffahrt erwartet
Trotz sinkender Nachfrage wächst das Angebot an Containerschiffen