Hannover. Im Laufe der Vorbereitungen auf einen möglichen Börsengang habe sich die Lage auf den Kapitalmärkten verändert, sodass ein fairer Wert für das Unternehmen derzeit nicht zu realisieren sei. Ursprünglich sollte das Unternehmen noch im laufenden Jahr an die Börse gebracht werden. Der vollständige Verkauf von Hapag-Lloyd an einen Investor sei ebenfalls nicht vorgesehen. Für 2004 erwartet Tui erneut ein starkes Geschäftsjahr in der Schifffahrt und auch für die folgenden Jahre weiteres Wachstum, das der Konzern auch aus eigener Kraft finanzieren kann. Der Tui Konzern habe im Laufe des Wandels von der alten Preussag zum Reiseveranstalter seine Verschuldung durch Desinvestitionen bereits reduziert. Die erforderliche Finanzierung des Konzerns sei heute langfristig strukturiert, die geplante weitere Entschuldung auch ohne einen Börsengang von Hapag-Lloyd erreichbar. Aus fundamentaler Sicht werten wir diese Entscheidung als positiv. Angesichts der aktuell schlechten Marktkonditionen hätte Tui im Rahmen eines Börsengangs die entsprechenden Anteile an der ertragsstarken Schifffahrtssparte zu einem sehr niedrigen Preis verkaufen müssen, so Per-Ola Helgren, Analyst für Transport und Logistikaktien bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Das Börsengang (IPO) wäre vor dem Hintergrund der schlechten Marktkonditionen lediglich als eine Art von "Poison Pill" zu sehen. Unserer Meinung nach suggeriert die Entscheidung, dass die Gefahr einer feindlichen Übernahme für Tui vorerst vorbei ist. Außerdem deute die Einstellung des IPO auf eine bereits getroffene Vereinbarung über den freundlichen Verkauf des WestLB-Pakets hin.
Tui bläst Hapag-Lloyd-Börsengang ab
Der Vorstand des Reisekonzerns Tui hat mit dem Vorstand von Hapag-Lloyd beschlossen, die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd nicht an die Börse zu bringen, so Tui in eine Adhoc-Meldung.