Niederpöllnitz/Berlin. Trotz der gestiegenen Rapsernte in Deutschland wird Biodiesel nach Expertenansicht nicht billiger. „Der Biodieselpreis orientiert sich vor allem am Preis für Normaldiesel an den Tankstellen“, sagte die Vize-Geschäftsführerin des Verbands deutscher Biodiesel-Hersteller, Karin Retzlaff, in Berlin. Wegen des hohen Rohölpreises liegen die Dieselpreise derzeit auf Rekordniveau. Die Preise für Rapssaat sind dagegen wegen der guten Ernte stark gefallen. „Nachdem die Biodiesel-Hersteller im vergangenen Jahr kaum etwas verdient haben, hoffen sie nun auf gute Gewinne“, sagte Retzlaff. Derzeit gibt es nach Verbandsangaben Anlagen zur Herstellung von Biodiesel mit einer Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen im Jahr, ein Fünftel mehr als 2003. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dem die Betriebe nur mit drei Viertel Kraft arbeiteten, sei nun mit einer vollen Auslastung zu rechnen, sagte Retzlaff. Von 4,9 Millionen Tonnen Raps-Ernte in diesem Jahr gehen nach Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes 2,7 Millionen in die Biodieselproduktion ein. Die Mineralölkonzerne mischen normalen Diesel nach einer neuen Verordnung zunehmend mit Biodiesel. Der größte Thüringer Biodiesel-Hersteller Thüringer Methylester- Werke GmbH aus Niederpöllnitz erwartet ein gutes Ergebnis in diesem Jahr. Die Firma und das Schwesterunternehmen TME Ölmühle stellen nach Angaben von Geschäftsführer Norbert Lawatsch mit 44 Mitarbeitern 50.000 Tonnen Biodiesel im Jahr her. Als Rohstoff dienen 100.000 Tonnen Rapssaat sowie 13.000 Tonnen alte Speiseöle und tierische Fette. (vr/dpa)
Trotz guter Rapsernte: Biodiesel wird nicht billiger
Biodiesel-Hersteller erwarten in diesem Jahr gute Gewinne, die Preise richten sich nach dem Preis für Normaldiesel an den Tankstellen