Regensburg. Kleine und mittelständische Fuhrunternehmen haben gestern auf eine Informationsveranstaltung in Regensburg Kritik an dem sektoralen Fahrverbot und der Rollenden Landstraße (Rola) als vorrangige Alternative geübt. „Seit dem Inkraftreten der dritten Stufe des sektoralen Fahrverbots zum ersten Juli 2009 haben wir massive Probleme mit der Rola“, klagte ein Unternehmer. Denn seit dem nutzen LKW, die Stahl und Fliesen von Italien nach Deutschland transportieren, ebenfalls die Rola. Die Folge: Viele Züge in Süd-Nord-Richtung sind ausgebucht. Wollen die Disponenten dennoch ihre LKW auf die Rola schicken, müssen sie Tage im voraus einen Stellplatz reservieren. Ein anderer Unternehmer beklagte, dass die bislang von ihm mit einem Megatrailer transportierten Fliesen vom Fahrverbot betroffen seien. Die Ökombi habe jedoch aus technischen Gründen abgelehnt, die Megatrailer zu befördern. Daher hätte sein Unternehmen nun keine Alternative mehr – außer, andere Sattelauflieger zu kaufen. Leo Satzinger, zuständig für die Verkehrsplanung im Amt der Tiroler Landesregierung, erwiderte, dass es bei wirtschaftlichen Härtefällen Ausnahmen gäbe und versprach, den Fall zu prüfen. Franz Robl, Prokurist der Horst Pöppel Spedition in Regensburg, zeigte zwar Verständnis für die Bemühungen der Tiroler Bevölkerung und deren Regierung, den Transitverkehr per LKW einzudämmen. Er kritisierte jedoch, die Kosten für die Rola seien zu hoch. Franz Dirnbauer, Chef der Ökombi, die die Rola betreibt, konnte im keine Hoffnungen auf Preisnachlässe machen. Die Regierung von Trient habe ihre Zuschüsse gestrichen, als der Benzinpreis gestiegen war. Die Begründung: LKW-Transporte hätten dadurch an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Nachdem die Kraftstoffpreise wieder gesunken sind, sei diese Subvention jedoch nicht wieder aufgenommen worden. Dirnbauer prophezeite zudem, dass viele kleine Fuhrbetriebe ihre Ware verlieren würden, wenn es die Rola nicht mehr gäbe. Denn der unbegleitete Kombinierte Verkehr sei für viele diese Kleinunternehmen zu aufwendig und daher keine Alternative. (cd)
Transportunternehmer kritisieren sektorales Fahrverbot in Tirol
Vor allem vielen kleinen und mittelständischen Betrieben drohen Auftragsverluste