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Tödliches Gefecht um gekapertes deutsches Schiff

Die Angriffe der somalischen Piraten häufen sich derzeit
© Foto: ddp/Bundeswehr

Bei einem gescheiterten Befreiungsversuch werden ein Besatzungsmitglied und ein Seeräuber erschossen / Eine Attacke von Piraten auf ein weiteres deutsches Schiff misslingt


Datum:
31.01.2011
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Hamburg/Bremen. Ein Versuch zur Befreiung des gekaperten deutschen Frachters "Beluga Nomination" ist blutig gescheitert: Ein Mitglied der ausländischen Besatzung und einer der somalischen Piraten wurden erschossen. Vier anderen Seeleuten gelang nach Angaben der Bremer Beluga-Reederei während des Angriffs begleitender Militärschiffe die Flucht; zwei von ihnen werden aber vermisst.

Von mehr als den beiden Toten sei der Reederei nichts bekannt, sagte eine Beluga-Sprecherin am Samstag. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete von drei bis vier Getöteten. Somalische Piraten hatten das Handelsschiff am Samstag vor einer Woche rund 700 Kilometer nördlich der Seychellen im Indischen Ozean gekapert. An Bord befanden sich zwölf Seeleute aus Osteuropa und den Philippinen. Seit Mittwoch wurde das gekaperte Schiff von einem dänischen Kriegsschiff und einem Patrouillenboot der Seychellen begleitet.

Zudem gab es am Freitag im Indischen Ozean erneut einen Piratenangriff auf ein deutsches Schiff, der aber abgewehrt werden konnte. Die Besatzung des Tankers "New York Star" der Hamburger Reederei CST blieb unverletzt.

Der Chef der Beluga-Reederei, Niels Stolberg, sagte dem Bremer "Weser-Kurier" (Sonntag), das Feuer sei seitens der Militärschiffe eröffnet worden. Dabei sei ein Pirat getötet worden. Vermutlich aus Rache hätten die Angreifer danach einen Seemann erschossen. Der Versuch, das gekaperte Schiff zurückzuerobern, sei aber gescheitert.

Die unübersichtliche Situation nutzten vier Besatzungsmitglieder zur Flucht. Zwei von ihnen wurden in einem Rettungsboot entdeckt und gerettet. Eine neue Chance zum Eingreifen ergab sich nach Angaben der Reederei am Donnerstag, als die Maschine der "Beluga Nomination" ausfiel. Doch das Piratenmutterschiff - die ebenfalls gekaperte "York" - habe den Entführern zu Hilfe kommen können, ohne dass Einheiten der internationalen Sicherheitskräfte es daran gehindert hätten, sagte Stolberg dem Blatt. Danach nahmen beide entführten Schiffe Kurs auf Somalia. Eine Lösegeldforderung gab es den Angaben zufolge bislang nicht.

Das deutsche Tankschiff "New York Star" wurde am Freitag von Piraten in einem Schnellboot verfolgt und beschossen. Dann habe die niederländische Marine eingegriffen, teilte die Reederei Chemikalien Seetransport (CST) am Samstag in Hamburg mit. Die Besatzung habe sich in einem Schutzraum in Sicherheit gebracht. Das Schiff habe Ausweichmanöver unternommen, um ein Entern zu erschweren und zu verzögern. Es befand sich auf dem Weg von Saudi Arabien nach Singapur.

Dass die Piraten rauer agieren, zeigt laut "Spiegel" der Fall des deutschen Schiffs "Marida Marguerite". Der Chemietanker wurde im Mai entführt und erst vor rund fünf Wochen gegen Lösegeld freigelassen.

Inzwischen hätten deutsche Fahnder die Crew vernommen, die Seeleute berichteten von massiver Folter, schrieb das Magazin. Manche mussten demzufolge bis zu 40 Minuten nackt in der Gefrierkammer des Schiffes ausharren, sie wurden geprügelt und mit Kabelbindern um die Genitalien gefoltert. Es gab Scheinhinrichtungen. Zudem zogen ihnen die Piraten Plastiktüten über den Kopf, bis die Seeleute kurz vor dem Ersticken standen, so ein Behördenbericht. (dpa)

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