Paris. Das laufende Jahr könnte für den Straßengütertransport noch schlimmer ausfallen als das vorangegangene. Dies ist die Einschätzung des Vorsitzenden des Pariser Transportverbandes TLF, Philippe Grillot. Ein wirklicher Ausstieg aus der Krise zeichne sich noch kaum ab, erklärte er in einem Fachpresse-Interview. Der Straßentransport leide nach wie vor sehr, im Stückguttransport habe man weiterhin mit Mengenschwund und sinkenden Tarifen zu kämpfen, und auch beim internationalen Transport lasse der Wiederaufschwung immer noch auf sich warten. Grillot sieht nur den Logistikbereich in einer besseren Position, weil hier auf der Basis längerfristiger Verträge gearbeitet werde. Der TLF-Vorstand bezeichnet die Banken und die Finanzwelt als mitschuldig an dieser Situation, weil sie die Branche nicht mehr mit Krediten für weitere Investitionen versorgten. Er tritt deswegen dafür ein, solchen Transportunternehmen, die im letzten Jahr bemüht gewesen seien, so wenig Personal wie möglich zu entlassen, mit Finanzhilfen unter die Arme zu greifen. Es sei ihnen vor allem daran gelegen gewesen, ihren Festbestand an Fahrpersonal zu halten und daher Einschnitte hauptsächlich bei solchen mit befristeten Verträgen vorzunehmen. Immerhin bestehe das Gewerbepersonal zu 70 Prozent aus Fahrern, und hier habe es in den letzten Jahren erhebliche Engpässe gegeben. Nach Angaben einer offiziellen Beobachtungsstelle für die Entwicklung von Berufen und Qualifikationen im Transport- und Logistikwesen hat die Krise in Frankreich bisher 9 000 Arbeitsplätze gekostet, wovon allein 5 000 auf Fahrer entfielen. (jb)
TLF-Chef: Noch immer kein Ausstieg aus der Krise
TLF-Vorstand Grillot blickt pessimistisch auf das laufende Jahr / Für mitschuldig hält er die Kreditklemme