Berlin. Wegen angeblich ungenügender Informationen über den Zustand ihres Schienennetzes steht die Deutsche Bahn erneut in der Kritik. Der im vergangenen Jahr vorgelegte Bericht des Konzerns sei „sehr lückenhaft“, sagte am Samstag ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. Das Magazin hatte den Minister mit den Worten zitiert „Ich bin nicht zufrieden mit dem, was auf meinem Schreibtisch liegt“. Die Aussagekraft des Datenmaterials lasse „zu wünschen übrig“. Die Deutsche Bahn hatte mehrfach angekündigt, sie werde Tiefensee bis Ende des laufenden Monats den aktuellen Netzzustandsbericht vorlegen. Ein Bahnsprecher erklärte am Samstag, im Vorjahr habe man nach den mit dem Bund vereinbarten Kriterien einen ersten Bericht vorgelegt. Dieser werde derzeit nach den Wünschen der Bundesregierung überarbeitet. Laut „Focus“ soll der Bericht aber nicht nur unvollständig, sondern auch fehlerhaft sein. So bemängle das Eisenbahnbundesamt, fast die Hälfte der Angaben zum Alter der Brücken sei nicht korrekt. Dies wollte der Bahn-Sprecher allerdings nicht kommentieren. (dpa/sb)
Tiefensee kritisiert Netzzustandsbericht
Bundesverkehrsminister fordert von Deutscher Bahn aussagekräftiges Datenmaterial über aktuellen Zustand des Schienennetzes