Tiefensee für Hapag-Lloyd-Bürgschaft

10.09.2009 16:06 Uhr
Tiefensee
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat sich für eine Staatsbürgschaft in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für Hapag-Lloyd ausgesprochen
© Foto: Sebastian Bollig

Anteilseigner hätten notwendige Vorleistungen erbracht / Tiefensee: Aktuelle Situation stellt maritime Wirtschaft vor große Probleme

Hamburg. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für eine Staatsbürgschaft in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für den angeschlagenen Schifffahrtskonzern Hapag-Lloyd ausgesprochen. Die Anteilseigner hätten mit einer Kapitalerhöhung die notwendigen Vorleistungen ebenso erbracht wie Vorstände und Mitarbeiter, die auf einen Teil ihres Gehalts freiwillig verzichteten, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung nach einem Treffen des Ministers mit Reedereivertretern in Hamburg. „Ich unterstütze den Antrag des Unternehmens, über den zügig entschieden werden muss.“ Die gegenwärtige Situation stelle auch die maritime Wirtschaft vor besonders große Probleme, sagte der Minister zur Begründung. Hapag Lloyd sei nicht nur für Hamburg von großer Bedeutung. „Als größte Linienreederei ist sie ein wichtiger Eckpfeiler und das Aushängeschild des gesamten maritimen Standorts Deutschland“, erklärte Tiefensee. Einigkeit besteht der Mitteilung zufolge über den Ausbau der maritimen Infrastruktur in Deutschland. „Die Krise wird vorübergehen. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, sind gut ausgebaute und leistungsfähige Seehäfen mit ausreichenden Kapazitäten von entscheidender Bedeutung“, sagte Tiefensee. In der Zeit geringerer Auslastung der Umschlagterminals müsse die Wettbewerbsfähigkeit aller deutschen Häfen gestärkt werden. Dazu sollen in den nächsten Wochen gemeinsame Vorschläge erarbeitet werden. Der Minister schlug außerdem Absprachen mit den Beteiligten über niedrigere Anlaufkosten in den Häfen vor. „Alles muss auf den Tisch“, forderte Tiefensee. Der Hamburger Senat hatte als Voraussetzung für die Bürgschaft im August Kapitalmaßnahmen der Eigentümer zugunsten der Reederei von insgesamt 923 Millionen Euro genehmigt. Die Stadt gehört über das Konsortium „Albert Ballin“ zum Eignerkreis. Hapag-Lloyd leidet wie alle Reedereien unter dem Rückgang des Welthandels, Überkapazitäten in der Containerschifffahrt und niedrigen Frachtraten. Das Unternehmen schreibt Verluste, erwartet aber nach dem Ende der Krise wieder bessere Marktbedingungen. (dpa)

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