Düsseldorf. Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Deutschland sollte der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge bei 8,50 pro Stunde liegen. Damit würde Deutschland etwa auf das Niveau der Mindestlöhne von Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden kommen. „Er würde auch für viele Tarifbeschäftigte eine effektive Erhöhung ihrer Einkommen bedeuten", sagte der Tarifexperte und Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck, am Mittwoch in Düsseldorf.
Die Gewerkschaften haben derzeit für 13 Prozent der Tarifgruppen Stundenlöhne unter 8,50 Euro vereinbart. Vor eineinhalb Jahren waren es noch 16 Prozent der Tarifgruppen. 76 Prozent der Vergütungsgruppen beginnen mit einem Stundensatz von mindestens 10 Euro.
Der CDU-Parteitag in Leipzig soll in wenigen Tagen einen Antrag beschließen, der eine Lohnuntergrenze für alle Branchen vorsieht, die bislang keine Tarifverträge haben. Richtschnur soll die Zeitarbeit sein, wo der Mindestlohn zwischen 6,89 Euro (Ost) und 7,79 Euro (West) liegt. Der Mindestlohn soll von Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt werden.
In etwa einem Dutzend Wirtschaftszweigen sind der Böckler-Stiftung zufolge tarifliche Niedriglöhne weit verbreitet. Dazu zählen verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbranchen sowie die Landwirtschaft. (dpa)