Stuttgart. Der Ausbau der 27 Schleusen auf dem Neckar lohnt sich nach einem Gutachten des Bundesverkehrsministeriums. Ein Experte habe bestätigt, dass der Ausbau von 110 auf 140 Meter Länge wirtschaftlich sei, teilte Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle (CDU) heute in Stuttgart mit. Nach dem Gutachten würde eine solche Verlängerung der Schleusenkammern am Neckar einen Investitionsaufwand von rund 127 Millionen Euro erfordern. Der Ausbau soll gewährleisten, dass künftig längere Schiffe mit mehr Ladung auf dem Fluss befördert werden können. Der Neckar sei von Mannheim bis Plochingen auf einer Strecke von 203 Kilometern bisher für Güterschiffe mit einer maximalen Länge von 105 Metern und einer Tragfähigkeit von 2400 Tonnen befahrbar. Zunehmend würden jedoch Binnenschiffe, insbesondere Containerschiffe, mit einer Länge von 135 Meter gebaut. Sie könnten nach dem Ausbau eingesetzt werden. Diese könnten Güter wesentlich kostengünstiger transportieren, sagte Köberle. Bei dem bisherigen Zustand besteht die Gefahr, dass der Neckar vom zunehmenden Binnenschiffverkehr abgehängt wird. Der Bund hatte den Ausbau bisher mit der Begründung abgelehnt, die Güterverkehrsprognose käme zu einem negativen Nutzen/Kosten-Verhältnis. Dies sei nach dem jetzigen Gutachten widerlegt, sagte Köberle. 2005 seien auf dem Neckar rund 8,66 Millionen Tonnen Güter transportiert worden. Dies entspreche einer Steigerung von 10,5 Prozent im Vergleich zu 2004. Eine Verlängerung der Neckarschleusen hatten in der Vergangenheit neben dem Innenministerium auch zahlreiche Unternehmen und Organisationen gefordert. Wirtschaftsstarke und Export orientierte Regionen wie der Mittlere Neckarraum und die Region Heilbronn/Franken seien auf eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur angewiesen, hatten sie argumentiert. (dpa)
Südwesten rüstet sich für Containerschiffe
Ausbau der Neckarschleusen ist nach einem Gutachten des Bundesverkehrsministeriums rentabel