Studie: Nur 12,5 Prozent sind Logistik-Champions

22.10.2004 09:01 Uhr

Für die Mehrheit der Unternehmen ist das Logistikmanagement von strategischer Bedeutung. In den meisten Unternehmen besteht allerdings deutlicher Nachholbedarf bei der Implementierung logistischer Managementaufgaben, so ein Ergebnis der Studie "Logistik-Champions".

Berlin. Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Rahmen des BVL-Kongresses in Berlin von der Deutschen Post gemeinsam mit der European Business School. Logistik-Champions ist eineUntersuchung über Status und Zukunft der Waren-, Güter- und Dokumentenlogistik im deutschsprachigen Raum. Unter Federführung von Christopher Jahns wurden mehr als 12.000 Unternehmen angeschrieben, von denen 728 den Antwortbogen einreichten. Professor Jahns ist Inhaber des Stiftungs-Lehrstuhls für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management der European Business School in Oestrich-Winkel. 75 Prozent der antwortenden Unternehmen halten die Verbesserungspotentiale in der operativen Güter- und Warenlogistik weiterhin für groß, 68 Prozent sind der Auffassung, die Dokumentenlogistik könne noch wesentlich professionalisiert werden. Zu den wichtigsten Aufgaben der heutigen und zukünftigen Logistik zählen die befragten Unternehmen die Prozessoptimierung, das Management interner IT-Systeme und die Entwicklung von Logistikstrategien. Von 68 Prozent wird Logistik als Aufgabe des Top-Managements eingestuft. Bei der operativen Güter- und Warenlogistik identifizieren 40-50 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen "zu hohe Bestände" und "zu hohen Flächenbedarf" als klassische ungelöste Probleme. Das höchste Optimierungspotential wird bei der Beschaffung und beim Bestandsmanagement gesehen. Mit der Studie wurden auch die Dokumentenflüsse in Unternehmen aus logistischer Perspektive untersucht. 45 Prozent der befragten Unternehmen beklagen hierbei als größte Probleme die mangelnde Kostentransparenz, zu hohe Personalbindung und den Mangel an eindeutigen Verantwortlichkeiten. Als erfolgreiche Optimierungsmaßnahmen werden beispielsweise das Einscannen und die Weiterleitung der Eingangspost, die elektronische Archivierung und das Outsourcing von Leistungen wie Falzen, Kuvertieren, Frankieren oder Dokumentendruck benannt. Im Ergebnis können die erfassten Unternehmen nach dem Stand ihrer Logistikaktivitäten in die Gruppen "Champions" (12,5 Prozent), "Advanced" (34,6 Prozent) und "Basics" (52,9 Prozent) unterschieden werden.

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