Nürnberg. Die Metropolregion Nürnberg ist einer Studie zufolge als Logistikstandort attraktiv, muss aber noch an einigen Schwächen arbeiten. „Auf der Hand liegt, dass die geografische Lage Nürnbergs ein Pfund ist, mit dem man wuchern kann“, sagte Logistik-Experte Peter Klaus vom Fraunhofer-Institut IIS am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse in der Frankenmetropole. „Dazu kommt, dass wir mit der verkehrlichen Infrastruktur und der Anbindung an den Osten einige zusätzliche Stärken vorzuweisen haben.“ Allerdings fehle es dem Standort an Profilschärfe und vernetzten Informationsangeboten.
„Natürlich hat jede Metropolregion eine gewisse logistische Infrastruktur, sonst ginge nichts. Nürnberg hat aber bereits eine deutlich überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit“, erläuterte Klaus. So sei die gute Verbindung von Luft, Schiene, Wasser und Straße ein Alleinstellungsmerkmal. Damit könnten die Warenströme in alle Richtungen verteilt werden, zumal im Umkreis von 250 Kilometern knapp 40 Millionen Menschen lebten. Zudem arbeiteten in der Umgebung bereits jetzt knapp neun Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Logistik-Branche, bundesweit seien es nur sieben Prozent.
Die Studie, die im Auftrag der Stadt, der IHK, des Hafens Nürnberg-Roth und des CNA Center for Transportation & Logistik entstand, listet aber auch Mängel auf. So sei Nürnberg als Logistikstandort keine einprägsame „Marke", es gebe keine zentrale Informationsstelle für ansiedlungswillige Unternehmen und es mangele an passenden Flächen. Die Abwicklung müsse deshalb zunehmend ins Hinterland verlegt werden.
Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck (CSU) will denn auch Konsequenzen ziehen. „Erstens, wir müssen weiter in die Infrastruktur investieren. Zweitens, wir müssen zu einer neuen Qualität interkommunaler Zusammenarbeit in der Metropolregion kommen. Drittens, wir müssen das logistische Profil des Standorts schärfen und die Außenwerbung optimieren.“ So müsse der Flughafen direkt an die Autobahn angebunden werden, der Frankenschnellweg und die Donau zwischen Straubing und Vilshofen ausgebaut und eine gemeinsame Internetplattform aller Beteiligten erarbeitet werden. (dpa/pi)