Staatsanwaltschaft: Sechs Verfahren in VW-Affäre vor Abschluss

17.07.2006 09:12 Uhr

Anfangsverdacht wegen Untreue hat sich laut der „Welt“ gegen Günther Lenz, Betriebsratsvorsitzender bei VW Nutzfahrzeuge, erhärtet

Braunschweig/Hannover. In der VW-Affäre um Vergnügungsreisen und Korruption stehen sechs der insgesamt 14 Ermittlungsverfahren vor dem Abschluss. Er gehe davon aus, dass die Verfahren vermutlich noch im September abgeschlossen würden, sagte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Dass mit Anklagen gegen zwei niedersächsische Landtagsabgeordnete zu rechnen sei, wollte Ziehe nicht bestätigen. Wie die „Welt“ berichtete, hat sich der Anfangsverdacht wegen Untreue gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Günther Lenz aus Hannover erhärtet. Die Staatsanwälte in Braunschweig hätten bei ihren Ermittlungen zur VW-Affäre einen „entscheidenden Durchbruch“ erzielt, meldete der „Focus“. Die Ehefrau eines Bordellbesitzers habe Lenz beschuldigt und bestätigt, dass der SPD-Politiker an von VW finanzierten Partys mit Prostituierten beteiligt gewesen sei. „Einige waren da durchaus kommunikativ und haben Angaben gemacht, die durchaus weiterführend sein könnten“, sagte Ziehe. „Es gab eine echte Bereitschaft mitzuwirken.“ Eine Bewertung stehe jedoch noch aus. „In Bereichen, wo wir Verdachtsmomente hatten, haben sich diese Momente bezüglich einzelner Beschuldigter verdichtet“, sagte Ziehe. Dass es sich dabei um Lenz oder den ebenfalls in die Affäre verwickelten SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl handelt, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft jedoch nicht bestätigen. Lenz ist Betriebsratsvorsitzender bei VW Nutzfahrzeuge, Mitglied im VW-Aufsichtsrat und Wirtschaftssprecher der SPD im Landtag. Uhl wurde bei der Bundestagswahl erneut als SPD-Abgeordneter in Wolfsburg gewählt. Im VW-Betriebsrat ist er unter anderem für internationale Projekte zuständig. Die SPD-Politiker hatten auch Vorwürfe, sie seien an VW bezahlten Lustreisen beteiligt gewesen, stets zurückgewiesen. (dpa/tz)

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