Enns. Was wird aus dem österreichischen Donauhafen Enns? Diese Frage beschäftigt Verlader und Spediteure gleichermaßen, nachdem bekannt wurde, dass der Salzburger Holzindustrielle M. Kaindl gemeinsam mit DB Schenker Rail in diesem öffentlichen Hafen künftig eine dominante Rolle spielen will.
Kaindl hält seit Jahren im Enns ein Areal von rund 35 Hektar, das jetzt mit DB Schenker Rail entwickelt werden soll. Was Kaindl konkret plant, ist die „Entwicklung eines Güterverkehrszentrums als Infrastrukturprojekt“, sagt Otto Hawlicek, Geschäftsführer des CTS Terminals in Salzburg gegenüber der VerkehrsRundschau. CTS gehört der Kaindl-Gruppe und Hawlicek spricht für Kaindl über Enns. In einem ersten Schritt ist eine Erweiterung des bestehenden Container-Terminals vorgesehen. Flankierend dazu will Kaindl als Developer von Logistik-Immobilien auftreten. „Dabei orientieren wir uns hinsichtlich Umsetzungszeitpunkt, Nutzung und Planung an die Bedürfnisse der künftigen Nutzer“, so Hawlicek.
Die Kooperation mit der DB Schenker Rail soll eine Einbindung des Standortes in der europaweite DB-Terminal-Netz und Neuverkehre nach Enns bringen, so die Marschrichtung. DB Schenker Rail will nicht nur in Österreich terminalseitig Fuß fassen, sondern plant auch in anderen Ländern Europas eigene Terminals zu entwickeln. Das kündigte Axel Marschall, Vorstand Vertrieb bei DB Schenker Rail jüngst bei der Gesellschafterversammlung des deutschen Kombi-Operators Kombiverkehr in Frankfurt an. Spediteure und Verlader sehen die Entwicklung in Enns kritisch, weil sie die Neutralität und Öffentlichkeit des Hafens gefährdet sehen.
Welche Rolle das Land Oberösterreich in Zukunft im Fall Enns spielen wird, ist derzeit noch offen. „Wir verhandeln derzeit mit verschiedenen Stakeholdern über mögliche Optionen für Enns. Eine Entscheidung wird das Land in einigen Wochen treffen“, erklärt Michael Strugl, Wirtschaftslandesrat des Landes Oberösterreich. (mf)