Paris. Als eine seiner Hauptprioritäten hat der spanische Minister für Infrastruktur José Blanco den Ausbau der Schiene als Frachtträger bezeichnet. Das berichtete die Pariser Zeitschrift „Transports Actualités“. Um diesem Sektor entsprechende Impulse zu geben, bereite die Regierung noch für Dezember einen speziellen Plan vor. Im Januar soll ein weiterer zur Finanzierung der notwendigen Infrastrukturen vorgelegt werden. Madrid will sich dafür an private Kapitalgeber wenden. Im Haushaltsgesetz für 2010 sind ferner 10,2 Milliarden Euro für die Bahnförderung zu Gunsten einer „nachhaltigen Wirtschaft" vorgesehen, das sind fünf Prozent mehr als in diesem Jahr. Davon sollen 241 Millionen Euro dem Bahnfrachtsektor zugute kommen. Hier scheint das derzeitige Hauptproblem nicht so sehr Geldmangel zu sein, sondern das Fehlen entsprechender Ausbauprojekte, insbesondere solcher zur Einbindung der Seehäfen in das Bahnfrachtnetz. Der Infrastukturträger ADIF will 12,3 Millionen Euro in diverse Bahnfrachtterminals stecken, so in Barcelona, Madrid und Sevilla. Die Staatsbahn Renfe Operadora investiert in den Gütertransport 71,9 Millionen Euro, wovon 100 neue Güterlokomotiven gekauft werden sollen. Die 2005 erfolgte Liberalisierung des Schienentransports hat in Spanien dem Bericht zufolge so gut wie kaum etwas verändert. Im Gütertransport entfallen dort auf die Schiene lediglich erst 4 Prozent, wogegen der Anteil in Italien bei 10,4 Prozent liegt. Neu ist offenbar die aktuelle Ausrichtung der Regierung auf Verbesserung der Wirtschaftsabläufe – Stichwort: Hafenanbindung – und Umweltaspekte. (jb)
Spanien will Schiene favorisieren
In den Haushalt 2010 wurden für die Förderung des Schienengüterverkehrs 241 Millionen Euro eingesetzt