Somalische Piraten kapern Tanker und Frachter

30.12.2009 06:00 Uhr
Piratenboot
Piraten kapern Tanker und Frachter
© Foto: ddp

Die Piraten vor der Küste Somalias haben ihre Aktivitäten nach Wochen relativer Ruhe wieder verstärkt

London. Die Piraten vor der Küste Somalias haben ihre Aktivitäten nach Wochen relativer Ruhe wieder verstärkt: So wurden nach Angaben vom gestrigen Dienstag ein britischer Chemietanker und ein griechischer Frachter gekapert. An Bord der beiden Schiffe befinden sich insgesamt 45 Besatzungsmitglieder, wie die Behörden in London und Piräus mitteilten. Bereits am Montagabend war bekanntgeworden, dass somalische Seeräuber im Golf von Aden auch einen Frachter aus dem Jemen mit 16 Crewmitgliedern entführt hatten. Zuvor hatten die Piraten zwei gekaperte Frachter mit insgesamt 46 Seeleuten freigelassen. Die Besatzung des britischen Tankers „St. James Park“ besteht überwiegend aus Osteuropäern und Indern, britische Staatsbürger gehören nicht zur Crew. Wie die EU-Mission Atalanta am Dienstag im englischen Northwood mitteilte, befindet sich der Tanker nach dem Überfall vom Montagnachmittag nun auf Kurs zur somalischen Küste. Nach Medienberichten hatte die „St. James Park“ auf ihrem Weg von Thailand nach Spanien Chemikalien zur Herstellung von Plastik geladen. Am Dienstag geriet der Frachter einer griechischen Reederei in die Fänge der Piraten. Die unter der Flagge Panamas fahrende „Navios Apollon“ wurde laut Küstenwache in Piräus von rund zehn Seeräubern mit zwei Schnellbooten rund 240 Seemeilen von den Seychellen entfernt überfallen. An Bord des Frachters, der mit Düngemitteln auf der Fahrt nach Indien war, befinden sich 19 Seeleute. Über die Fracht des jemenitischen Schiffes, das bereits seit eineinhalb Wochen in der Gewalt von Piraten ist, machte das jemenitischen Innenministerium keine Angaben. In den beiden vergangenen Tagen hatten Piraten zunächst den chinesischen Frachter „De Xin Hai“ und dann den unter der Flagge Singapurs fahrenden Frachter „Kota Wajar“ mit insgesamt 46 Seeleuten freigelassen. Nach Medienberichten hatten die Piraten behauptet, für die „Kota Wajar“ ein Lösegeld von vier Millionen Dollar erhalten zu haben.(dpa/ak)

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