Berlin. In der letzten Seeverkehrsprognose aus dem Jahr 2007 sah die Welt noch anders aus. Damals gingen die Autoren von einem Anstieg des Umschlagvolumens in den deutschen Seehäfen auf 759 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2025 aus. Laut der neuen Seeverkehrsprognose, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde und die als Grundlage für den Bundesverkehrswegeplan 2015 dient, soll der Güterumschlag deutlich langsamer zulegen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Gesamtumschlag in den deutschen Seehäfen von 2010 bis 203 von 269 Millionen Tonnen auf 468 Millionen Tonnen steigt. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 2,8 Prozent. Die Nordseehäfen werden dabei mit 3,0 Prozent pro Jahr schneller wachsen als die Ostseehäfen (2,0 Prozent). Bezogen auf den Containerumschlag beträgt das jährliche Wachstum 4,3 Prozent zwischen 2010 und 2030. Eingerechnet ist dabei schon der Anstieg des Containerumschlags im Jade-Weser-Port, der bis 2030 auf einen Umschlag von 3.408 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) kommen soll. Insgesamt soll der Boxenumschlag in allen deutschen Seehäfen bei 30,1 Millionen TEU liegen.
Der größte deutsche Containerhafen, Hamburg, wird bei jährlichen Wachstumsraten von 3,7 Prozent in 2030 auf 16.387 Millionen TEU kommen. 2010 lag das Volumen an der Elbe bei 7.906 Millionen TEU. Bremerhaven kommt 2030 auf 9.897 Millionen TEU (2010: 4.858 Millionen TEU). Das entspricht einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 3,6 Prozent.
Auch beim Containerumschlag war die letzte Seeverkehrsprognose aus dem Jahr 2007 deutlich optimistischer: damals wurde bereits für 2025 ein Umschlagvolumen von 45,3 Millionen TEU für alle deutschen Seehäfen unterstellt. (diwi)