Schweizer Transportpreise werden massiv steigen

20.10.2008 13:09 Uhr
Die Schweiz erwartet für das kommende Jahr einen massiven Anstieg der Transportkosten. (Bild: pixelio.de)

Gesamtabgabenlast, neue gesetzliche Auflagen und Abklassierung von Euro 3-Fahrzeuge zum 1. Januar 2009 verursachen hohe zusätzliche Kosten

Bern. Der Schweizer Nutzfahrzeugverband ASTAG ist überzeugt davon, dass für das kommende Jahr die Transportpreise zum Teil ganz massiv werden steigen müssen. Die enorme Gesamtabgabenlast, neue gesetzliche Auflagen und vor allem die Abklassierung der Euro 3-Fahrzeuge zum 1. Januar 2009 verursachen hohe zusätzliche Kosten. „Diese können die Transportunternehmen ganz sicher nicht selbst übernehmen“, weiß Michael Gehrken, Direktor der ASTAG. Eine Umfrage unter den Mitgliedern habe ergeben, dass die Frachtraten um 5 bis 8 Prozent steigen dürften, wobei die Erhöhungen vor allem im internationalen Bereich noch höher ausfallen könnten. „Von dieser Abklassierung in die mittlere, teurere LSVA-Abgabekategorie werden rund 40 Prozent aller in der Schweiz zugelassenen Lastwagen betroffen sein“, so Gehrken. „Damit erleiden diese einen enormen Wertberlust, der sich nicht zuletzt auch in den Bilanzen der Unternehmen niederschlagen wird.“ Dazu kämen weitere Zusatzaufwendungen wie etwa die obligatorische Fahrer-Weiterbildung, aber auch die administrativen Aufwendungen bei der Einführung der digitalen Fahrtenschreiber sowie die nach wie vor hohen Treibstoffpreise. Diese seien zwar wieder etwas zurückgegangen, „aber sie sind immer noch weit höher als vor einem Jahr und fallen deshalb ebenfalls ins Gewicht.“ Was die ASTAG – und vor allem die betroffenen Mitglieder – speziell ärgert ist die Tatsache, „dass all diese Massnahmen ungeachtet des wirtschaftlichen Umfeldes vom Bund voll durchgezogen werden“, so Gehrken. Für zusätzlichen Unmut hat auch die am Mittwoch bekannt gewordene Unterstützung der UBS hervorgerufen, denn dort werden vom selben Bund 70 Milliarden Franken zur Stützung der offensichtlich taumelnden Großbank zur Verfügung gestellt, „ohne dass die für das Debakel Verantwortlichen vermutlich je einmal zur Kasse gebeten werden“, wie sich ein Fahrer an einer Autobahn-Raststätte drastisch ausdrückte. (hrk)

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