Schifffahrt: Erstmals Bußgeld wegen schlechten Treibstoffs

21.08.2006 17:46 Uhr

Kontrollen in der Ostsee: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie beanstandet zu hohen Schwefelgehalt

Hamburg. Die Einhaltung der seit dem 19.Mai dieses Jahres in der Ostsee verbindlich vorgeschriebenen Bestimmungen zum Schwefelgehalt von Schiffstreibstoffen in der Ostsee wird tatsächlich kontrolliert. Darauf hat heute Rolf von Ostrowski, Justitiar beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), in Hamburg hingewiesen. Mit dem Stichtag ist das Fahrtgebiet Ostsee, auf das rund sieben Prozent des weltweiten Seetransportaufkommens entfällt, als so genanntes „SECA"-Gebiet ausgwiesen, das heißt als „Schwefedioxid-Ausstoß-Kontroll-Gebiet" (SOx Emission Control Area). Danach müssen alle Schiffe, die in die Ostsee einfahren, einen Treibstoff in ihren Bunkern mitführen, der einen maximalen Schwefelgehalt von 1,5 Prozent aufweist. Zum Vergleich: Weltweit liegt der Schwefelanteil in Schiffsreibstoffen (Schweröl) noch bei 4,5 Prozent. Indes hat das BSH in einem ersten Fall ein Bußgeld gegen die Schiffsführung eines unter Liberia-Flagge fahrenden Tankers verhängt, weil an Bord Treibstoff vorgefunden wurde, das von der neuen, von der Weltschifffahrts-Organisation IMO (London) vorgeschriebenen Norm abweicht. Allerdings blieb das BSH mit den verhängten 500 Euro noch weiter unter den Möglichkeiten. Die sehen ein Bußgeldrahmen bis zu 50.000 Euro im Einzelfall vor. Die neuen Schwefel-Grenzwerte sollen nach dem Willen der IMO schrittweise auch auf andere Meere ausgedient werden, da inzwischen erkannt wurde, dass auch die wachsende Weltschifffahrt zu einem immer größer werden Teil zum globalen Schadstoffausstoß beiträgt. Konkret vorgesehen ist, dass ab August 2007 der neue Grenzwert auch für die Nordsee sowie für den Englischen Kanal gilt. „Es gibt einen globalen Emissionsminderungsbedarf", räumte denn auch BSH-Justiziar von Ostrowski ein. Bei der Schiffsklassifizierungs-Gesellschaft Germanischer Lloyd (GL) in Hamburg sieht man mit den neuen Vorschriften „eine wachsende Komplexität des Motorenmanagements". Gemeinsam mit Partnern erarbeitet der GL derzeit ein Papier, wie die Stickstoffdioxid-Emissionen weiter gesenkt werden können. (eha)

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