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Russland: Aeroflot und Sovcomflot sollen privatisiert werden

Aeroflot ist die größte Fluggesellschaft Russlands
© Foto: ddp/Rüdiger Gärtner

Größte Fluggesellschaft soll in Privateigentum überführt werden / Derzeit hält der russische Staat knapp 52 Prozent an Aeroflot


Datum:
28.06.2011
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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Moskau. Russlands größte Fluggesellschaft, die mehrheitlich staatseigene „Aeroflot" soll in den nächsten drei bis fünf Jahren in Privateigentum überführt werden. Dies erklärte der russische Finanzminister Alexej Kudrin am Montag. Die Airline gehöre zu einer Reihe von Schlüsselunternehmen, bei denen der Staat seine Aktienmehrheiten in absehbarer Zeit abgeben werde, so Kudrin. Im Transportsektor nannte er dabei neben Aeroflot auch noch die große Tanker-Reederei Sovcomflot. Sie verfügt momentan nach eigenen Angaben über 157 Schiffe und befindet sich zu 100 Prozent in Staatsbesitz.

Derzeit hält der russische Staat knapp 52 Prozent an Aeroflot, die Zentralbank verfügt über weitere knapp zwölf Prozent der Aktien. Gegenwärtig beträgt die Kapitalisierung der Gesellschaft ca. 76 Mrd. Rubel (1,9 Mrd. Euro), so die russische Internet-Zeitung gazeta.ru. Das Aeroflot-Management hat als Planziel ausgegeben, den Wert der Gesellschaft auf 5 Mrd. Dollar (ca. 3,5 Mrd. Euro) zu steigern.

Noch vor der geplanten Privatisierung soll Aeroflot noch die Luftfahrt-Aktiva der Staatsholding „Rostechnologii" übertragen bekommen und integrieren. Dabei handelt es sich um sechs regionale Fluggesellschaften, aus denen nach inzwischen ad acta gelegten Plänen ursprünglich eine zweite staatliche Airline namens „Rosavia" geschaffen werden sollte. Die größte von ihnen ist „Rossija" aus St. Petersburg, gefolgt von „Vladivostok Avia" und regionalen Carriern aus Saratow, Orenburg, Mineralnije Wody und Sachalin.

Nach dem Hub-Entwicklungskonzept von Aeroflot soll sich die Muttergesellschaft in Zukunft auf die internationalen Verbindungen konzentrieren, während die regionalen Töchter vorrangig die Zubringerfunktionen übernehmen werden, so der Analytiker Igor Krajewski gegenüber gazeta.ru. Gegenwärtig habe Aeroflot in Russland einen Marktanteil von 27 Prozent. Nach der Integration der Rostechnologii-Gesellschaften könne er auf 40 Prozent steigen, erklärt Alexej Astapow von der Gazprombank.

Nach den Worten des Milliardärs Alexander Lebedew, einer der Minderheitsaktionäre von Aeroflot, verfügt die Gesellschaft schon jetzt über ein gutes Management und eine gute Flotte. Auch sei die Airline schon transparenter geworden, so Lebedew, „doch wenn die 51 Prozent nicht mehr dem Staat gehören, wird das Unternehmen noch besser und sein Wert wächst um 30 bis 40 Prozent".

Nach Meinung von Experten wird sich der Staat bei Aeroflot aber auch weiterhin eine Sperrminorität vorbehalten, um strategische Entscheidungen beeinflussen zu können. Ob die Privatisierung durch eine zusätzliche Aktienemission an der Börse oder eine Auktion von Staatsanteilen unter strategischen Investoren erfolgen soll, ist noch offen. (ld) 

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