Moskau. Die staatseigene Bahngesellschaft RZD, mit 1,2 Millionen Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Russland, möchte Massenentlassungen vermeiden, fordert aber im Gegenzug vom Personal den Verzicht auf eine im Tarifvertrag vorgesehene Gehaltserhöhung zur Inflationsanpassung im vierten Quartal 2009. Wie Bahnchef Wladimir Jakunin bei einem Treffen mit 350 Personalvertretern erklärte, müssten sonst 60.000 Stellen abgebaut werden, da Mehrkosten von rund 350 Millionen Euro entstehen würden: „Dieses Geld haben wir einfach nicht.“ Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage müsste die RZD in diesem Jahr eigentlich 180.000 Stellen abbauen, erklärte Jakunin. Man wolle es aber bei einer Kürzung um 53.700 Arbeitsplätze belassen, um das qualifizierte Personal nicht zu verlieren. Dies Ziel soll ausschließlich über freiwillige Kündigungen und Pensionierungen erreicht werden. Nach Prognosen des Wirtschaftsministeriums wird das Transportvolumen der RZD im laufenden Jahr um 19 Prozent abnehmen. In den ersten fünf Monaten ging der Gütertransport gegenüber dem Vorjahr allerdings um 26 Prozent zurück. (ld)
Russische Eisenbahn fordert Gehaltsverzicht von Mitarbeitern
Schlechte Wirtschaftslage zwingt RZD zu radikalen Sparmaßnahmen