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Premiere: erster Serien-Wasserstoff-Lkw in Deutschland

Bei der Vorstellung des ersten Wasserstoff-Lkw auf Deutschlands Straßen vor der Mainzer Arena (von links): Jochen Quick (BWVL-Präsident), Axel Schmidt-Hermens (Leiter Distribution Mewa), Oliver Luksic (Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium), Beat Hirschi (CEO Hyundai Hydrogen Mobility), Kay Simon (Leitung Mobilitätskonzepte MEWA) und Markus Olligschläger (Hauptgeschäftsführer des BWVL)
© Foto: Michael Cordes/VerkehrsRundschau

In der Schweiz sind bereits 47 Wasserstoff-Lkw von Hyundai im Einsatz. Jetzt fährt erstmals ein Modell des südkoreanischen Herstellers in Deutschland.


Datum:
28.06.2022
Autor:
Michael Cordes
Lesezeit:
4 min
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Premiere für Deutschland: Mewa Textil-Service, ein europaweit tätiger Anbieter von Betriebstextilien und Mietberufskleidung mit Sitz in Wiesbaden, setzt in Deutschland einen mit Wasserstoff betriebenen Lkw der Marke Hyundai ein. Laut Aussagen der beiden Unternehmen wird damit erstmals in Deutschland ein Wasserstoff-Lkw im Alltag genutzt. Präsentiert wurde das Fahrzeug gestern auf der Jahrestagung des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) in der Mewa-Arena in Mainz.

Mewa verzichtet auf die Brückentechnologie

Für die Mewa-Gruppe, die europaweit über einen Fuhrpark von 700 Lastwagen verfügt, ist es der zweite Wasserstoff-Lkw. Einer der 47 Lkw in der Schweiz ist bereits für Mewa im Einsatz. „Wir setzen für die Zukunft ausschließlich auf CO2-neutrale Technologie“, sagte Kay Simon, bei Mewa Leiter Mobilitätskonzepte. Auf eine Brückentechnologie wie CNG wolle Mewa komplett verzichten. Im Nahverkehr wird Mewa aber auch auf einen Batterieantrieb zurückgreifen.

Die Erfahrung mit dem Brennstoff-Lkw in der Schweiz sei sehr gut gewesen. „Von der Verarbeitung, der Technik und der Qualität kann man den Hyundai in einer Reihe stellen mit den Fahrzeugen der großen europäischen Nutzfahrzeughersteller“, so Simon.

Der zweite Wasserstoff-Lkw kommt im dritten Quartal 2022

Bei dem einen Wasserstoff-Lkw soll es nicht bleiben. Der zweite Wasserstoff-Lkw für Deutschland von Hyundai ist bereits bestellt und soll im dritten Quartal 2022 in den Mewa-Fuhrpark kommen. Den gerade veröffentlichten zweiten Förderaufruf des Förderprogramms KsNI will Mewa nutzen, um weitere Brennstoff-Lkw zu erwerben und somit „ein H2-Cluster zu bilden“, wie es Simon bezeichnete.

Das Mewa-Fahrzeug wird ab sofort eingesetzt zwischen Deutschland und Schweiz. Der Vorteil: Dann kann in der Schweiz getankt werden. Denn in Deutschland gibt es nach Aussage von Simon noch viel zu wenige Tankstellen für Wasserstoff-Lkw. „Wenn wir in Deutschland genauso erfolgreich sein wollen wie in der Schweiz, brauchen wir dringend ein Netz an Wasserstofftankstellen“, lautete seine erste Forderung. Seine Zweite: „Wir brauchen mehr Mitspieler“, sagte Simon. Er ermunterte die Unternehmen, sich ebenfalls beim Wasserstoff-Antrieb zu engagieren, damit sich diese Technik und Versorgung am Markt durchsetze.

Für eine solche Verbreitung hat Hyundai in Deutschland die Hyundai Hydrogen Mobility Germany gegründet. Laut Beat Hirschi, CEO von Hyundai Hydrogen Mobility, kann das Unternehmen bis zu 2000 H2-Lkw pro Jahr produzieren. Er will den zweiten Förderaufruf nutzen, um vermehrt Lkw in den deutschen Markt zu bringen. Dazu plant das Unternehmen den Aufbau eines Service-Netzwerkes und die Platzierung von Wasserstoff-Tankstellen im Raum des Einsatzes der Kunden. Allerdings beschränkt sich Hyundai auf Lkw mit Koffer oder Wechselbrücken. Laut Hirschi will Hyundai zumindest im ersten Schritt nicht in das Sattelzug-Segment einsteigen. Hintergrund ist, dass die Batterie und Tanks mehr Platz benötigen und es daher bei den Längen der Sattelzugmaschine Probleme gäbe.

Oliver Luksic bezeichnete den ersten H2-Lkw als "einen Meilenstein"

Oliver Luksic, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, bezeichnete den ersten Wasserstoff-Lkw auf Deutschlands Straßen auf der BWVL-Tagung als „einen Meilenstein“ und lobte den Pioniermut der Beteiligten. Er mahnte mehr Tempo bei der CO2-Vermeidung an, um die CO2-Ziele zu erreichen. Bis 2030 müssten ein Drittel der CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr reduziert werden. „Das Verkehrsministerium und die Bundesregierung sind technologieoffen“, betonte der FDP-Abgeordnete, „weil wir der Überzeugung sind, dass sich am Markt die besten Lösungen herausbilden werden.“ Luksic sagte zu, bei der Tankstelleninfrastruktur zu unterstützen. So werde die Bundesregierung bis 2025 sieben Milliarden Euro dafür investieren. Zudem werde die Bundesregierung eine CO2-Spreizung bei der Lkw-Maut vornehmen. Wann die kommt und wann dazu das Gesetz veröffentlicht wird, dazu wollte Luksic auf Rückfrage der VerkehrsRundschau keinen konkreten Termin nennen.

Quick begrüßt in einer Anfangsphase ein Wettbewerb der Systeme

Jochen Quick, Präsident des BWVL, sieht bei Wasserstoff den Vorteil, dass die Energie einfacher in die Fläche zu bringen sei als Strom. Zudem sei Lithium nicht unendlich verfügbar. „Als Kunde ist mir der Wettbewerb mit mehreren Antriebsarten derzeit recht“, sagte der Inhaber und Geschäftsführer von Quick GmbH, ein Baustoffhandels- und Entsorgungsunternehmen. Aber irgendwann müsse man sich auf einen oder zwei Antriebe konzentrieren. (cd)

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