Postchef Zumwinkel: Ende der Expansionspolitik

01.08.2006 13:46 Uhr
Halbjahreszahlen 2006 Deutsche Post Umsatzwachstum
©Foto: ddp

Deutsche Post sieht sich gut gerüstet für internationalen Wettbewerb: Erstes Halbjahr 2006 mit leichten Einbußen gestiegen

Bonn. Nach dem teuren Expansionskurs ist bei der Deutschen Post erst einmal Schluss mit Milliarden-Zukäufen und neuen Geschäftsfeldern. Das sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel am Dienstag auf der Vorstellung der Halbjahresbilanz in Bonn. „Wir haben keine Pläne für größere Akquisitionen.“ Darunter seien Übernahmen für einen Preis von mindestens 250 Millionen zu verstehen. Der Konzern sei fertig aufgestellt und müsse noch seine letzten beiden großen Übernahmen, die des britischen Logistikkonzerns Exel und des Baufinanzierers BHW durch die Tochter Postbank, verdauen. Kleinere Zukäufe würden aber weiterhin getätigt, wenn sie sinnvoll seien und sich Gelegenheit biete, sagte Zumwinkel. Vor allem im internationalen Dienstleistungsgeschäft im Briefsektor wolle die Post noch zulegen. „Wir werden aber definitiv keine neuen Geschäftsfelder aufbauen.“ Trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs um 22,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr vor allem auf Grund hoher Kosten für die Integration erworbener Unternehmen im 2. Quartal 2006 bekräftigte die Post ihre Jahresziele. Für das Gesamtjahr peilt die Post einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mindestens 3,9 Milliarden Euro an. Im schwierigen und defizitären US-Geschäft sieht der Post-Vorstand Licht am Ende des Tunnels und eine „positive Entwicklung“. Die Express-Sparte von DHL hat dort mit harter Konkurrenz der beiden Platzhirsche UPS und Fedex zu kämpfen. Es sei gelungen, das Umsatzniveau zu stabilisieren, sagte Zumwinkel. Im 2. Halbjahr sei ein deutlicher Umsatzanstieg zu erwarten. DHL habe intensiv an einer Verbesserung der Service-Qualität gearbeitet. Erst 2009 rechnet die Post damit, in der Region schwarze Zahlen zu schreiben. Der Konzerngewinn im 2. Quartal ging um 48 Prozent auf 254 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 488 Millionen Euro) zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 19,1 Prozent auf 641 Millionen Euro (792 Mio. Euro). Erwartete Kosten für die Integration von Exel und des Postdienstleisters Williams Lea in Höhe von 40 Millionen Euro drückten den Gewinn. Im Briefgeschäft, immer noch der Gewinntreiber des Unternehmens, blieb der Umsatz im 2. Quartal und auch im gesamten Halbjahr konstant. Rückgänge im deutschen Heimatmarkt, wo die Post immer stärker unter Druck von Wettbewerbern steht, glich das Auslandsgeschäft weitgehend aus. Bei großen Kunden seien die Aussendungen zurück gegangen, sagte Zumwinkel. Es sei aber noch nicht klar, ob dies einmalig oder auch ein Trend sei. Der 62-jährige Post-Vorstandschef sieht in seinem Alter keinen Grund für einen Rückzug. „Ich fühle mich topfit“, so Zumwinkel und widersprach allen Gerüchten er werde sein Amt demnächst abgeben. (dpa/tz/sb)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.