Brüssel/Belgien. Die Abschaffung des Briefmonopols wird nach Aussage von Post-Chef Klaus Zumwinkel nicht zu Einbußen beim Service in der Fläche führen. „Die Anzahl der Postfilialen und der Briefkästen – da bleibt alles beim Alten, da braucht keiner Sorge zu haben“, sagte Zumwinkel am Dienstag in Brüssel am Rande einer Branchenveranstaltung. Die EU-Kommission will am heutigen Mittwoch eine vollständige Öffnung der europäischen Postmärkte für Januar 2009 vorschlagen. Im Kern geht es dabei um die in vielen Staaten noch ausstehende Öffnung des milliardenschweren Marktes für Briefe unter 50 Gramm Gewicht. In Deutschland soll das Briefmonopol bereits Ende 2007 auslaufen. Derzeit gilt es noch für Sendungen bis 100 Gramm. Nach dem Vorschlag der Kommission stehen harte Verhandlungen im EU-Ministerrat und im Europaparlament an. Widerstand gibt es besonders aus Frankreich. Zumwinkel forderte, bei der Marktöffnung müsse es in Europa einen Gleichschritt geben: „Es geht nicht, dass ein französisches Unternehmen in Deutschland tätig ist, während ein deutsches Unternehmen nicht in Italien oder Frankreich tätig sein kann.“ Als maximale Übergangszeit seien zwei bis drei Jahre hinnehmbar. Die Verfechter der Marktöffnung wie Deutschland, Niederlande oder Großbritannien seien in Europa noch in der Minderheit, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post AG mit Sitz in Bonn. Bei der Absicherung der flächendeckenden Postversorgung, des so genannten Universaldienstes, müssten die Privatverbraucher im Mittelpunkt stehen. Diese machten ein Fünftel des Umsatzes aus. Bei großen Unternehmen sei hingegen davon auszugehen, dass sie ihre Aufträge ausschreiben werden. (dpa/tz)
Post will bei Marktöffnung Service in der Fläche halten
Die EU-Kommission will heute eine vollständige Öffnung der europäischen Postmärkte für Januar 2009 vorschlagen