Offshore-Hafen Cuxhaven eröffnet

20.03.2009 16:56 Uhr
ddp
In Cuxhaven wurde der neue Offshore-Hafen für die Schwergutverschiffung eröffnet (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Verladung der ersten Windanlagen in den nächsten Wochen geplant

Cuxhaven. Mit dem neuen Offshore-Hafen in Cuxhaven sind die Voraussetzungen für den ersten Windpark auf See geschaffen. In einigen Wochen sollen die ersten 500 Tonnen schweren Stützkreuze verladen und zur Baustelle rund 100 Kilometer vor Borkum gebracht werden. Am Freitag wurde die Offshore-Basis offiziell eröffnet. „Jetzt kann das Zeitalter der Offshore-Windenergie beginnen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Rund 48 Millionen Euro investierte das Land, die Hälfte davon wurde von der EU gefördert. Das Projekt mit drei neuen Liegeplätzen, Straßen und Schienenanlagen auf einem rund 50 Hektar großen Areal sei „in einer Rekordzeit von zwölf Monaten auf die Beine gestellt“ worden, sagte Rösler. Die Offshore-Windenergie habe ein enormes Investitionspotenzial. „Wir sind fest entschlossen, einen großen Teil in unsere Seehäfen und nach Cuxhaven zu holen.“ Weitere Hafenflächen sollen dazu erschlossen werden, kündigte er an. Die Stützkreuze und Türme für den Park „BARD Offshore 1“ werden direkt auf dem Hafengelände bei der Ambau GmbH und CSC Cuxhaven Steel Construction, einer Tochter der BARD Engineering, gefertigt. Beide Unternehmen hatten im vergangenen Jahr auf dem neuerschlossenen Gelände neue Produktionshallen gebaut. Bei Ambau entstehen in einer 21.500 Quadratmeter großen Werkstatt Stahlrohrtürme bis zu einer Länge von 40 Metern und einem Durchmesser von bis zu 16,5 Metern. Zehn Segmente werden pro Woche gefertigt. Für den Offshore-Bereich seien dickere Bleche, größere Durchmesser und mehr Farbanstriche erforderlich, sagte ein Sprecher. Die CSC baut gigantische Stützkreuze als Gründungsfundamente. Das dreibeinige, 21 Meter hohe und 500 Tonnen schwere Gestell wird auf drei in den Meeresboden gerammte Pfähle aufgesetzt. Beide Unternehmen beschäftigen zusammen mehr als 300 Mitarbeiter. Bis Ende 2012 soll ihre Zahl auf 1000 steigen. Mit der Offshore-Industrie etabliere sich eine neue industrielle Branche in einer bisher strukturschwachen Region, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert (CDU). Der neue Hafen sei für die Schwergutverschiffung europaweit einzigartig. So könnten hier fünf Mal höhere Gewichte verladen werden als in anderen Hafenanlagen. Das Bauunternehmen Züblin plant bis 2011 in Cuxhaven die Produktion für Offshore-Betonfundamente aufzunehmen. Damit sollen weitere 500 Arbeitsplätze entstehen. Der Windpark „BARD Offshore 1“ mit 80 Anlagen der Fünf-Megawatt-Klasse soll noch in diesem Jahr in 35 Meter tiefen Wasser der Nordsee fertiggestellt werden. Im Mai sei der Baubeginn geplant, sagte BARD-Sprecher Andreas Kölling. Das Unternehmen rechnet in Kürze mit der Genehmigung für den Windpark „Veja Mate“ in der Nähe des ersten Parks. (dpa)

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