Wien. Im vergangenen Jahr sind in Österreich 1.600 neue Transportunternehmen an den Start gegangen, gleichzeitig schlitterten 463 Firmen aus diesem Bereich in die Insolvenz, was geringfügig weniger war als im Jahr zuvor. Der Boom bei Neugründungen zeigt sich vorwiegend bei Kleintransporteuren, die ihre Dienstleistungen nicht selten für 22 bis 33 Euro pro Stunde für einen LKW mit Mannschaft per Flugblatt anbieten.
Als einen der Gründe für die Pleiten nennt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, die Versuche der Politik, auf Biegen und Brechen den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Der Trend sei jedoch gegenläufig. „Die Politik sollte sich der Realität anpassen”, sagte Klacska gegenüber der VerkehrsRundschau in Wien.
Einmal mehr protestieren die Transporteure gegen den „Nacht-60er”. Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt für LKW mit einem höchst zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen zwischen 22:00 Uhr abends und 5:00 Uhr früh eine 60 km/h-Beschränkung. Für rund zwölf Prozent der Strecken gilt das Limit nicht, hier dürfen 80 km/h gefahren werden. Die Transporteure wollen auf allen Strecken in der Nacht mit 80 km/h-Limit fahren dürfen. (mt)