Hamburg. Für den geplanten Börsengang der Deutschen Bahn hat Vorstandschef Hartmut Mehdorn nicht nur Kleinaktionäre, sondern vor allem ausländische Großinvestoren im Blick. „Wir reden mit institutionellen Anlegern in Japan, China, Amerika und im Nahen und Mittleren Osten. Die stehen bereit“, sagte Mehdorn dem Magazin „Stern“. Möglichen Anlegern sagte der Bahnchef für 2006 einen Umsatz von mehr als 28 Milliarden Euro und „kräftig steigende Gewinne“ der Bahn voraus. Mehdorn selbst will keine Bahnaktien zeichnen. „Ich finde es nicht gut, wenn derjenige, der eine Firma leitet, mit Aktien des eigenen Unternehmens handelt“, sagte er. Dem Bund als Eigentümer der Bahn empfahl Mehdorn, sich von weniger als 49 Prozent der Anteile zu trennen. „Wir raten ihm: Verkauf erst mal 35 Prozent. Da hat er Luft nach oben.“ Ein Großteil der erwarteten Milliardenerlöse werde wohl beim Bundesfinanzminister landen. Mehdorn gegenüber dem „Stern“: „Der bekommt einen großen Brocken.“ Der Bahnchef strebt den Börsengang wegen der dann stärkeren Eigenständigkeit der Bahn an. Dafür lockt er mit einem möglichen Ende der jährlichen Milliarden-Subventionen: „Die Politiker sollen uns von der Kette lassen, dann lassen wir sie auch schrittweise aus ihren Investitionen raus.“ Die Bundesregierung will bis September die Weichen für den Börsengang stellen. (dpa/sb)
Mehdorn: Bund soll Bahn „von der Kette lassen"
Bahnchef Hartmut Mehdorn rührt die Werbetrommel: Ausländische Großaktionäre als Anleger gewinnen