Die angeschlagene Reederei Hapag Lloyd will nach Informationen des "Spiegel" bereits in der nächsten Woche einen Antrag auf eine staatliche Bürgschaft von fast einer Milliarde Euro in Berlin stellen. Am Dienstag soll der Aufsichtsrat des Unternehmens darüber auf Grundlage eines Gutachtens der Unternehmensberatung Roland Berger entscheiden, schreibt das Nachrichtenmagazin. Das Gutachten sei den mit der Reederei verbundenen Banken am vergangenen Donnerstag vorgestellt worden. Danach sei Hapag-Lloyd "gut positioniert und erfüllt die wesentlichen Erfolgsfaktoren der Linienschifffahrt". Das Unternehmen wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen und sich zu entsprechenden Spekulationen nicht äußern Laut „Spiegel“ müssten sich die Gesellschafter bis zur Aufsichtsratssitzung auch noch über eine Kapitalerhöhung von fast 750 Millionen Euro einigen. Gleichzeitig bemühe sich die Reederei, ihre Kosten zu senken: Fast 30 gecharterte Schiffe wurden schon zurückgegeben, hieß es im Unternehmen. Die Containerreederei hat jüngst von einigen ihrer Eigentümer kurzfristig Geldmittel von rund 330 Millionen Euro erhalten. Der Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne, die Warburg-Bank und die Versicherung Hanse-Merkur beteiligen sich allerdings nicht an der Rettungsaktion. Die TUI als größter Einzeleigner trug mit 215 Millionen Euro die Hauptlast. Als Gegenleistung tritt Hapag-Lloyd eine 25-Prozent-Beteiligung am Containerterminal Altenwerder im Hamburger Hafen an die Geldgeber ab. HL-Konzernchef Michael Behrendt hatte den Kapitalbedarf im schlimmsten Fall auf 1,75 Milliarden Euro beziffert - abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Schifffahrt. Ein Investitions- und Einstellungsstopp sowie ein Sparprogramm im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro sollen das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. (dpa)
Medienbericht: Hapag-Lloyd will Milliarden-Bürgschaft
Antrag auf Staatsbürgschaft laut "Spiegel" bereits diese Woche / Aufsichtsrat entscheidet am Dienstag