Markt für Logistikimmobilien im Aufwind

03.08.2004 13:22 Uhr

Mit einem Flächenumsatz von 350.000 Quadratmetern in den fünf wichtigsten deutschen Logistikzentren weist der Immobilienmarkt für Lager- und Logistikflächen im ersten Halbjahr 2004 wieder deutlichen Zuwachs auf.

Frankfurt. Dies bedeutet eine Steigerung von über 20 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr des vergangenen Jahres (285.000 Quadratmeter). Der Trend basiert auf zunehmendem Outsourcing und Globalisierung, sowie der erfolgten EU-Erweiterung und wird sich nach Angaben der internationalen Immobilienberatung DTZ im laufenden Jahr weiter fortsetzen. ”Der Logistikmarkt in Deutschland befindet sich weiterhin im Aufwind”, meint Kai Quardon, Director der DTZ Zadelhoff Tie Leung. Dies beweisen die Halbjahresflächenumsätze in den fünf wichtigsten deutschen Logistikzentren. Hier wurden an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München circa 350.000 Quadratmetern an Lager- und Logistikflächen neu vermietet. Dies bedeutet eine Steigerung von über 20 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr 2003 (285.000 Quadratmeter). Mit 115.000 Quadratmetern Flächenumsatz liegt Hamburg an erster Stelle, gefolgt von Berlin mit circa 85.000 Quadratmetern Flächenumsatz. Das Rhein-Main-Gebiet konnte die Erwartungen mit einem Flächenumsatz von 65.000 Quadratmetern bisher nicht erfüllen. "Wir gehen jedoch davon aus, dass aufgrund des hohen Potenzials in der Mainmetropole im weiteren Jahresverlauf der Kampf um die Spitzenposition mit Hamburg noch sehr eng wird", so Quardon. Die Flächenumsätze für München mit circa 45.000 Quadratmetern und Düsseldorf mit circa 40.000 Quadratmetern entsprechen den Erwartungen des Marktes. "Wir erwarten, dass der Flächenumsatz für Lager- und Logistikflächen zum Jahresende 2004 zum zweiten Mal nach 2000 die Schallmauer von 800.000 Quadratmetern an den fünf wichtigsten deutschen Logistikmärkten sprengen wird," prognostiziert der Logistikexperte. Wie auch schon im Jahr 2003 prägen Großvermietungen den deutschen Logistikmarkt. So entfielen circa 80 Prozent der getätigten Flächenumsätze am Hamburger Markt auf Flächen mit einer Größe ab 5000 Quadratmetern, gefolgt von Berlin und München mit 64 Prozent beziehungsweise 62 Prozent. Auch die Standorte Frankfurt am Main und Düsseldorf sind hier nur knapp unter der 60 Prozentmarke angesiedelt. Die Spitzenmieten für Lager- und Distributionsflächen haben in den letzten zwölf Monaten leicht nachgegeben. Mit 4,80 bis 6,00 Euro pro Quadratmeter im Monat sind Lager- und Distributionsflächen im Raum München am teuersten. Gefolgt vom Rhein-Main-Gebiet werden Top-Flächen zwischen 4,50 und 5,80 Euro pro Quadratmeter im Monat angeboten. Die Mietpreisspanne in Berlin, Hamburg und Düsseldorf für beste Flächen bewegen sich hier zwischen 4,20 und 5,60 Euro pro Quadratmeter im Monat. Auch weiterhin erfreut sich die Logistikimmobilie einer regen Nachfrage bei den Investoren. "Dies liegt am mangelnden Angebot am Büromarkt, der zur Zeit nicht über die gewünschten Objekte mit entsprechenden Mietverträgen verfügt," kommentiert Quardon. Darüber hinaus hat sich die Logistikimmobilie nun auch als langfristige Anlage gegenüber der Büroimmobilie etabliert. Die Drittverwendungsfähigkeit der Logistikimmobilie kann realistisch eingeschätzt werden und damit den Investoren die erste Hemmschwelle genommen werden. Am jetzigen Markt zeigt sich deutlich, dass die Mietschwankungen in einer Logistikimmobilie im Vergleich zu einer Büroimmobilie weit aus geringer sind. Zum anderen kennzeichnen höhere Renditen dieses Marktsegment. Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage von Investoren nach Logistikimmobilien sind die Objektpreise in Deutschland weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die treibenden Faktoren am Logistikmarkt sind nach wie vor die zunehmende Globalisierung, der anhaltende Trend zum Outsourcing sowie die Auswirkungen der EU-Erweiterung in diesem Jahr. Der deutsche Logistikmarkt wird weiterhin an den überproportional starken Zuwächsen des osteuropäischen Logistikmarktes profitieren. Die Verlagerung von Produktionsstätten in die osteuropäischen Regionen führt mittel- und langfristig zu einem deutlich steigenden Transportvolumen zwischen Mittel- und Osteuropa. Auf jeden Fall erfährt Deutschland als Transitland einen großen Aufschwung. Die bisherige Hauptverkehrsader, die Nord-Süd-Achse, wird durch eine Ost-West-Achse ergänzt, von der insbesondere Berlin und München durch einen raschen Anstieg der Warenströme profitieren werden. Im Outsourcing liegt ebenfalls ein noch sehr großes Potenzial für den Logistikmarkt. Hier erwartet DTZ in der Vergabe von Logistikdienstleistungen wie zum Beispiel Transport, Warehousing oder Kommissionierungen für sachkundige Logistikunternehmen größere Wachstumsraten. Laut DTZ werden "diejenigen Anbieter von Logistikleistungen das Rennen gewinnen, die ihren Kunden durch individuelle Problemlösung und ein hohes Maß an Spezialisierung Wege zu einer Optimierung der logistischen Abwicklungen aufzeigen können."

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