München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN geht mit einem Umsatz- und Gewinnschub in die zweite Jahreshälfte und fürchtet auch für 2007 keine Markteinbrüche. „Wir profitieren von der guten Konjunktur, vor allem in den Wachstumsmärkten Transport, Antrieb und Energie, auf die wir den Konzern konzentriert haben“, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson heute in München. Zwar dürfte der Übergang zur Euro-4-Norm, den LKW-Boom im zweiten Halbjahr bremsen. Der zunehmende Transportbedarf biete aber grundsätzlich Wachstumschancen. Samuelsson hob wegen der guten Zahlen der ersten sechs Monate die Prognose für das Gesamtjahr an. Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern Umsatz und Gewinn deutlich. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Euro zu. Die Vergleichszahl aus dem Vorjahr ist dabei jeweils um die inzwischen verkaufte Druckmaschinensparte MAN Roland bereinigt. Die Umsätze mit Lastwagen und Bussen konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf gut vier Milliarden Euro steigern. Den Überschuss konnte die Gruppe mit 352 (Vorjahr: 153) Millionen Euro mehr als verdoppeln. Beim Auftragseingang blieb MAN mit 8,8 Milliarden Euro zwar etwa auf Vorjahresniveau. Damit sei aber der durch einen Großauftrag des britischen Verteidigungsministeriums im vergangenen Jahr in die Höhe getriebene Wert „aufgeholt“ worden, erklärte das Unternehmen. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende Juni in der Gruppe bei 50.468, das waren knapp 1100 Mitarbeiter mehr als zum Jahresende 2005. Für das Gesamtjahr 2006 schraubte Samuelsson die Erwartungen nach oben. Der Umsatz von rund 13 Milliarden Euro im vergangenen Jahr werde voraussichtlich in der Größenordnung von acht Prozent steigen. Bisher war MAN von einem Umsatzplus um fünf Prozent ausgegangen. Das operative Ergebnis von 700 Millionen Euro im vergangenen Jahr solle sich 2006 erheblich verbessern. Ende Juli hatte sich MAN nach langen Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall für die rund 7000 Beschäftigten des Lastwagenwerkes in München auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich geeinigt. Durch die Ausdehnung der Wochenarbeitszeit von bisher 35 auf 36 bis 37 Stunden würden voraussichtlich im kommenden Jahr Ergebnisverbesserungen um etwa 35 Millionen Euro bei den Nutzfahrzeugen erreicht, sagte Samuelsson. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Für andere Standorte wie vor allem Salzgitter stünden entsprechende Einigungen noch aus. (dpa/sb)
MAN-Motor läuft weiter rund
Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern verzeichnet kräftigen Umsatz- und Gewinnschub im ersten Halbjahr 2006