München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN zieht Konsequenzen aus seiner Schmiergeldaffäre und bestellt einen hausinternen Regelwächter. Die Gesellschaft richte zum 1. Januar 2010 einen neuen Bereich Compliance ein, teilte MAN heute in München mit. Die Leitung übernehme der 38 Jahre alte Jurist Olaf Schneider. Er wird direkt Vorstandschef Håkan Samuelsson unterstellt. Schneider kommt von General Electric, wo er sich ebenfalls um den Bereich Compliance, also die Überwachung der gesetzlichen Vorschriften und hausinternen Regeln, gekümmert hatte. Die Schmiergeldaffäre war im Mai mit einer Razzia bei MAN ins Rollen gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht dabei dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Sie hat weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. Das Geld soll teils über Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein. Das Unternehmen hat bereits personelle Konsequenzen aus der Affäre gezogen und eine Reihe von Vertriebsleuten ausgetauscht. Dem Vernehmen nach soll dem Aufsichtsrat bei einer Sitzung am 11. Dezember ein Schlussbericht zur Untersuchung der Affäre vorgelegt werden. (dpa)
MAN ernennt Compliance-Beauftragten
Der Jurist Olaf Schneider soll beim Nutzfahrzeughersteller intern für gesetzmäßige Arbeitsabläufe sorgen