München. Der anhaltende LKW-Boom beschert dem Lastwagen- und Bushersteller MAN weiter gute Geschäfte. „Wir sehen eine sehr positive Entwicklung auf allen unseren Märkten“, sagte MAN- Chef Håkan Samuelsson heute in München. Die Erwartungen für das Gesamtjahr schraubte er weiter nach oben. Den Umsatz will der Konzern nun 2007 um 15 Prozent auf 15 Milliarden Euro steigern. Der Auftragseingang soll von 16,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent zulegen. „2007 wird für die MAN Gruppe ein herausragendes Jahr“, sagte Samuelsson. „Die Gruppe wächst zweistellig, wir haben die Margen erneut gesteigert und neue Arbeitsplätze geschaffen“. Bei der angepeilten LKW-Allianz mit dem schwedischen Konkurrenten Scania und mit Volkswagen gebe es derweil „nichts Neues“. Bisher war MAN von einem Umsatzanstieg um mehr als zehn Prozent und einem Plus beim Ordereingang um fünf Prozent ausgegangen. Angesichts der starken Nachfrage vor allem nach Lastwagen arbeite man bereits an der Kapazitätsgrenze, sagte Samuelsson. Die Fertigungskapazität solle auch dank des neuen LKW-Montagewerkes in Polen 2009 auf 130.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz des Konzerns im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte um 100 Millionen auf 378 Millionen Euro. Dabei konnte die Kernsparte Nutzfahrzeuge dank der florierenden LKW-Geschäfte das operative Ergebnis um ein Fünftel auf 212 Millionen Euro steigern. Die schwächelnde Bussparte für sich betrachtet, schrieb dagegen auch im dritten Quartal mit einem operativen Minus von sechs Millionen (Vorjahr: Plus von 22 Millionen Euro) Euro rote Zahlen. Unter dem Strich verdiente MAN zwischen Juli und September 226 Millionen Euro und damit 99 Millionen Euro weniger. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verkauf der Mehrheit am Druckmaschinenhersteller MAN Roland allerdings das Ergebnis um 118 Millionen Euro erhöht. Zwar werde sich das Wachstum beim Auftragseingang im vierten Quartal etwas abschwächen, doch sei wieder mit einer Steigerung zu rechnen, sagte Samuelsson. Auch für 2008 geht er von einem weiteren Aufwärtstrend im europäischen LKW-Markt aus. Die Bussparte wolle man in diesem Jahr wieder in die schwarzen Zahlen bringen und bis 2010 „in die Nähe normaler Renditen“ kommen, bekräftigte er. MAN hatte unter anderem die Verlagerung der arbeitsintensiven Stadtbus-Montage von Salzgitter nach Polen beschlossen und sich Mitte September mit der IG Metall auf Eckpunkte für die Sanierung der Bussparte geeinigt. Im Gegenzug soll die LKW-Fertigung in Salzgitter ausgebaut werden. Es gehe zugleich weiter darum, im Busgeschäft die Produkte zu standardisieren und die Fertigung zu industrialisieren, sagte Samuelsson. Mit Blick auf den europäischen LKW-Poker mit Scania und VW als größtem Anteilseigner beider LKW-Hersteller sagte Samuelsson: „Es besteht kein Zeitdruck. Wir sind offen für Partnerschaften. Der konstruktivste Weg ist eine einvernehmliche Lösung, das hat die andere Seite ja auch schon gesagt“. MAN sei „voll beschäftigt“ mit dem Ausbau der eigenen Kapazitäten. Um das Wachstum voranzubringen, arbeite man nun beispielsweise an der angestrebten Kooperation mit der chinesischen Weichai-Gruppe. „Da muss man ein bisschen Geduld haben“, sagte Samuelsson zum Zeithorizont. „Das wird sicher mindestens ein halbes Jahr dauern“. (dpa)
MAN erhöht seine Jahresprognose
Der Münchner Konzern schraubt sein Jahresziel weiter nach oben und vertraut dabei auf den anhaltenden LKW-Boom