Stockholm/München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN will sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den schwedischen Konkurrenten Scania nach Informationen des Tageszeitung „Wall Street Journal“ nachbessern. In der Online-Ausgabe der Zeitung wurde MAN-Chef Håkan Samuelsson mit den Worten zitiert, der Konzern wolle die Bedingungen für die beiden größten Scania-Aktionäre Volkswagen und die schwedische Finanzholding Investor „attraktiver“ machen. Beide hatten die Übernahme-Offerte von MAN über rund 9,6 Milliarden Euro zuvor ebenso abgelehnt wie der Scania-Aufsichtsrat. Ein MAN-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch Scania lehnte heute jeden Kommentar dazu ab. Ein Unternehmenssprecher sagte lediglich, man habe der Ablehnung des ersten Angebots durch den Aufsichtsrat nichts hinzuzufügen. Finanzkreise gehen davon aus, dass MAN seine Offerte nach der Veröffentlichung des Angebots am vergangenen Montag nachbessern könnte. Der MAN-Sprecher verwies lediglich auf Äußerungen Samuelssons, der deutlich gemacht habe, dass während der Sechs-Wochen-Frist, während der die Konditionen der Offerte diskutiert würden, „Flexibilität“ bestehe. Dem Bericht zufolge sagte Samuelsson, über die neue Offerte, die ein „Paket“ für Volkswagen mit einer Zusammenarbeit im Vertrieb und bei Motoren beinhalte sowie möglicherweise einen höheren Barbetrag für Investor, solle innerhalb der Sechs-Wochen-Frist entschieden werden. Er werde weiterhin das Gespräch mit den großen Anteilseignern von Scania suchen, bekräftigte der MAN-Chef demnach. Mit der Scania-Übernahme will MAN zum größten Lastwagen- und Bushersteller Europas aufsteigen. Pro Scania-Aktie hatte das deutsche Unternehmen 0,151 neue MAN-Stammaktien plus 38,35 Euro in bar geboten. Branchenkreisen zufolge will Volkswagen als größter Scania-Aktionär mit derzeit 18,7 Prozent des Kapitals und 34 Prozent der Stimmrechte in einem möglichen neuen MAN-Scania-Konzern seinen Einfluss gewahrt wissen. (dpa/sb)
MAN bessert offenbar Scania-Offerte nach
Kooperationsangebot an Volkswagen: Nach einem Medienbericht soll innerhalb der Sechs-Wochen-Frist auch ein höherer Preis angeboten werden