Frankfurt/Main. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder bundesweit zu einem 14-stündigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Von 14.00 Uhr an diesem Mittwoch bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen sollen sie flächendeckend die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer am Dienstag in Frankfurt mitteilte.
Während des 14-stündigen Streiks rechnet die Bahn auch wieder mit starken Beeinträchtigungen des Schienengüterverkehrs. Auf der Website von DB Schenker Rail hat die Bahn Maßnahmen aufgelistet, mit denen ein Regelbetrieb im Güterverkehr so weit wie möglich aufrecht erhalten werden soll. Im Einzelfall notwendige Stornierungen oder Verschiebungen werden mit Kunden abgestimmt, heißt es dort.
Die Abfahrt von Sonderzügen, deren Abfahrt in der Zeit von Mittwoch, den 15.10.2014 10.00 Uhr bis Sonntag, den 19.10.2014 24.00 Uhr liegen, werde aufgeschoben. Außerdem gilt eine Annahmebeschränkung für in Deutschland beginnende Sonderzüge. Darunter versteht man bei der Bahn alle Züge, die außerhalb des Regelfahrplans mit teils kurzer Annahmefrist durchgeführt werden. Für den gleichen Zeitraum unterliegen Züge von und nach Polen und Tschechien Verkehrsbeschränkungen.
Bahn richtet Sonderfahrplan ein
Bereits seit Mitternacht gilt ein eingeschränkter Fahrplan im Fernverkehr. Zahlreiche Züge fallen aus. Mit einem weiteren Notfahrplan versucht die Bahn, die Auswirkungen des Streiks zu mildern. «Ab Mittwochmorgen fahren nicht nur die Züge des Fernverkehrs nach einem Ersatzfahrplan, ab 9.00 Uhr gibt es auch im Regionalverkehr einen eingeschränkten Fahrplan», sagte Bahn-Sprecher Matthias Franke in Berlin. Ziel sei es, trotz des Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen. Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es Zugausfälle und Verspätungen geben. «Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen», sagte ein Bahnsprecher.
Pendler sollten am Donnerstagmorgen aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.
Die Deutsche Bahn verweigere inhaltliche Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), kritisierte der Vorsitzende Claus Weselsky - ein Vorwurf, den die Bahn erst am Dienstag zurückgewiesen hatte. „Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wird die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden“, sagte Weselsky, der auf ein Gesetz zur Tarifeinheit verwies, das die Bundesregierung plant.
Die Deutsche Bahn kritisierte den neuerlichen Streik als „dreist“, zumal Gespräche für Mittwoch geplant waren. „Es ist ein rücksichtsloses Treiben auf dem Rücken unserer Kunden und des Unternehmens DB“, schimpfte Personalvorstand Ulrich Weber.
Besonders dreist sei der flächendeckende Arbeitskampf, weil man gerade verabredet hatte, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. Für Mittwochabend und Donnerstag früh waren vertrauliche Treffen verabredet. „Diese Chance wird durch den Streik mutwillig vertan“, so Weber: „Die GDL will nicht zusammenarbeiten – mit niemandem. Sie stellt Machtgelüste über vernünftiges Verhandeln.“ (dpa/diwi)