LKW-Kontrollaktion: Ladungssicherung oft unzureichend

08.10.2008 09:55 Uhr
Kontrolle
Auf der Autobahn A 7 bei Lüneburg wurden 119 LKW kontrolliert (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Sechsstündige Schwerpunktrolle in Nord- und Ostdeutschland: Zahlreiche Bußgelder wegen fehlender Ladungssicherung, technischer Mängel und Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten

Hamburg/Lüneburg. Die Dauerbrenner bei LKW-Kontrollen bleiben mangelhafte oder fehlerhafte Ladungssicherung, technische Mängel und Verstöße gegen die Sozialvorschriften. Bei einer in Norddeutschland sowie den ostdeutschen Bundesländern durchgeführten LKW-Schwerpunktkontrollaktion fielen den Polizeibeamten wieder diese Defizite besonders ins Auge. An der länderübergreifenden Kontrolle, an der in den Grenzregionen auch Beamte der EU-Nachbarstaaten mitmachten, wirkten zeitweise mehrere hundert Beamte und Mitarbeiter von Polizei, dem Zoll, der Gewerbeaufsicht, den Veterinärämtern, der Lebensmittelkontrolle, dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) mit. Im Verlauf der fast sechsstündigen Großkontrolle mussten die Beamten zum Teil erhebliche Verstöße aufnehmen. Allein im Bereich der von der Polizeiinspektion Lüneburg – Autobahn A 7 in Höhe der Abfahrt Garlstorf in Verkehrsrichtung Norden und Süden – durchgeführten Kontrolle wurden im Aktionszeitraum 119 Fahrzeuge aus dem Verkehr herausgezogen und auf den in diesem Bereich eingerichteten Parkplätzen ausführlich unter die Lupe genommen. Die LKW wurden in 88 Fällen von deutschen und in 31 Fällen von ausländischen Fahrern gelenkt. Unterm Strich blieben 63 zu beanstandende LKW. In 22 Fällen waren die Mängel so gravierend, dass den Fahrzeugen die Weiterfahrt vorübergehend untersagt werden musste. Die Einsicht darin, die Ladung des LKW ordnungsgemäß und sorgfältig zu sichern, scheint sich, so ein Fazit der Polizeibeamten, immer noch nicht bei allen Fahrern und Unternehmern durchgesetzt zu haben. Dazu gehört, dass Spanngurte oftmals weder in der ausreichenden Anzahl noch der erforderlichen Qualität vorhanden waren. Für die LKW-Fahrer bedeutete das neben dem Einleiten eines Bußgeldverfahrens: zeitaufwändiges Nachsichern. So musste der LKW-Fahrer eines Brummis, der schwere Holzpakete geladen hatte, so lange stehen bleiben, bis sein Chef die erforderlichen Spanngurte herbeigeschafft hatte. Dabei lagen Firmensitz und Kontrollort gut 250 Kilometer voneinander entfernt. Mit einer Intensivkontrolle widmeten sich die Beamten einem aus dem Iran stammenden LKW. Mit dem Öffnen der Hecktür offenbarte sich den Beamten eine Ladefläche, auf der kein einziger Karton gegen Verrutschen gesichert war. Nüchterner Kommentar eines Beamten: „Das sieht aus wie lose Schüttung.“ Damit nicht genug. Die Ladung – Lakritz – kam den Beamten suspekt vor. Sie orderten daher zwei Rauschgiftspürhunde der Hundestaffel aus Lüneburg herbei, die nach mehreren Stunden vor Ort eintrafen. Auch musste sich der Fahrer einem Drogenschnelltest unterziehen. Der Anfangsverdacht des Drogenschmuggels bestätigte sich am Ende allerdings nicht. Wohl konnte der LKW erst seine Fahrt fortsetzen, nachdem die Ladung ordnungsgemäß gesichert war. Bei den technischen Mängeln fielen vor allem Defizite an den Reifen auf. Bei den Verstößen gegen Sozialvorschriften waren Überschreitungen der Lenkzeiten der häufigste Beanstandungsgrund. (eha)

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