Die europäische Konsumgüterindustrie vereinigt ein höchst interessantes Ladungspotenzial für die Küstenschifffahrt. "Die Stahl-, Auto- und Chemieindustrie hat bei der Organisation ihrer Ver- und Entsorgungsverkehre bereits erhebliche Ladungsmengen auf das Schiff verlagert. Somit müssen wir unsere Anstrengungen auf diese Industrie konzentrieren", forderte Georg Waischnor, Geschäftsführer des Short Sea Promotion Centers (SPC) in Bonn, jetzt auf der Mitgliederversammlung der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. (VHSS) in der Elbe-Stadt. Waischnor räumte ein, dass die mehrheitlich in Konzernstrukturen organisierte europäische Konsumgüterbranche sehr anspruchsvoll gegenüber ihren Verkehrsdienstleistern sei. Ihre Hauptanforderungen seien: Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Flexibilität und nicht zuletzt Preiswürdigkeit. Anforderungen, bei denen der Verkehrsträger Lkw seinen Mitbewerbern den Schneid abkaufen konnte. Wer also Volumen von der mittlerweile mit Produktions-, Lager- und Rohmaterialienquellen europaweit verteilten Konsumgüterindustrie gewinnen will, der müsse sich eines vor Augen halten, meinte Waischnor: "Die Messlatte ist der Lkw. Und diese liegt sehr hoch." Der SPC-Chef machte deutlich, dass die Küstenschifffahrt nicht "auf Biegen und Brechen jedes mit dem Lkw beförderte Gut von der Straße holen kann und soll". Wohl habe das Küstenschiff - aber auch das Binnenschiff - eine Chance, sich in die gesamte Logistik-Kette der (Konsumgüter-)Industrie als Partner mit einzubringen. Europaweit gibt es inzwischen elf Einrichtungen ähnlich dem deutschen SPC. (vr/eha)
Lkw bleibt Messlatte für die europäische Küstenschifffahrt
Verladende Wirtschaft fordert vor allem Zuverlässigkeit, Tempo, Flexibilität und Preiswürdigkeit