Linzer Logistiktag: Liquidität durch intelligente Logistik erhöhen

18.06.2009 09:59 Uhr
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VNL-Präsident Professor Franz Staberhofer

Mit einer Neuausrichtung des Supply Chain Managements kann die Liquidität der Unternehmen gesichert werden. Neue Ansätze fürs Cash-Management wurden gestern auf dem 16. Linzer Logistiktag diskutiert

Linz (Österreich). Wie die Logistik den Unternehmen in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise helfen kann, wurde gestern auf dem 16. Linzer Logistiktag in Oberösterreich deutlich. „Statt Ausstoß und Gewinnmaximierung müssen sich Unternehmen in Richtung Liquiditätssicherung durch Bestände- und Zahlungsmanagement und Kostenorientierung mit Erhaltung der Produktivität wenden, sagte Professor Franz Staberhofer, Studiengangsleiter ILM und SCM an der Fachhochschule Oberösterreich und Präsident des Verein Netzwerk Logistik (VNL) in seiner Eröffnungsrede vor rund 640 Teilnehmern. „Wenn Sie kein Kapital haben, dann müssen sie sich welches besorgen, sonst droht die Insolvenz“, machte auch Kurt Hoffmann, Leiter Supply Chain Management bei Merck Serono, den Ernst der Lage auf Österreichs größtem Logistikkongress deutlich. Das Pharmaunternehmen betreibt dazu seit einem Jahr ein neues Cash-Management, das auch das Supply Chain Management in die Pflicht nimmt. Die Ziele des Supply Chain Managements werden dabei aus den Unternehmens- und Finanzzielen abgeleitet. Im Zentrum aller Betrachtungen stehen bei Merck zwei Kennzahlen: Zum einen der Return on Sales (ROS) und der neu eingeführte „Free Cash Flow (FCF) vor Akquisitionen und der Veräußerungen“. Diese beiden Größen dienen als Zielmarke für die operativen Entscheidungen. Auch die Zielvorgaben der Führungskräfte sind daran gekoppelt. Der FCF hat die bisher genutzte Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed) abgelöst, die sich vor allem bei häufigen Unternehmenszu- und Verkäufen nicht bewährte. Eingebettet sind alle Kennzahlen und Ziele in einer Balanced Scorecard. Die neuen Richtgrößen bedeuten für die Merck-Logistiker eine starke Konzentration auf die bekannten Themen Bestandsmanagement und Durchlaufzeiten. „Man hat das Thema Bestände bisher nicht so ernst genommen“, gibt Merck-Manager Hoffmann zu. Nun ist das Unternehmen dabei, Bestandsreichweiten einzelner Produkte von mehr als sechs Monaten zu reduzieren. Besondere Regelungen existieren jedoch für einige A-Produkte, für die Merck in der Balanced Scorecard ein „No Stock out“ festgeschrieben hat. Denn auch ein hoher Lieferservice - insbesondere bei den Absatzstarken Produkten - sei für das Cash-Management wichtig. Für Merck gilt auch: Je schneller und reibungsloser der Kunde seine Ware erhält, desto schneller kann Merck eine Rechnung schreiben und der Kunde mit seiner Zahlung dem Unternehmen wieder Geld zukommen lassen." Der Linzer Logistiktag wird jedes Zahl vom Verein Netzwerk Logistik (VNL) organisiert – einer der bedeutenden Vereinigungen von Industrie- und Handelslogistikern in Österreich. (ak) Impressionen vom 16. Linzer Logistiktag siehe Bildergalerie unten

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