Noch sind die Umschlagläger und die LKW vieler Transportdienstleister voll. Bei aller Euphorie ist aber Vorsicht angesagt: In der Branche stehen gesetzliche Neuerungen an, die so manchen Unternehmer im kommenden Jahr zur Verzweiflung bringen dürften – Stichworte sind das novellierte Arbeitszeitgesetz sowie die neuen Lenk- und Ruhezeiten für LKW-Fahrer. Denn letztlich laufen diese Neuerungen nur auf eines heraus: auf kürzere Fahrereinsatzzeiten und eine noch komplexere Tourenplanung. Was hier helfen könnte: Transportunternehmer müssen stärker kooperieren. Stückgutspeditionen haben die Vorteile eines gemeinsamen Verbunds schon vor vielen Jahren erkannt. Ungleich zäher zieht der Kooperationsgedanke aber im Teil- und Komplettladungsgeschäft ein. Es fanden sich zwar immer kooperationswillige Unternehmer. Meist scheiterten ihre Bemühungen aber schneller als sie entstanden waren, weil die Firmenchefs nur wenig Neigung verspürten, ihre unternehmerische Unabhängigkeit aufzugeben, um sich unter einem einheitlichen Dach anzusiedeln. Diese Abwehrhaltung ist verständlich. Andererseits wird auch im Teil- und Komplettladungsgeschäft „Größe“ als Erfolgsfaktor wichtig. Denn ein größerer Anbieter kann einfacher mit Direktkunden und Lieferanten auf Augenhöhe verhandeln. Vor allem aber kann er im Zusammenspiel mit gleich gesinnten Kooperationspartnern eines: seine Touren trotz kürzerer Fahrereinsatzzeiten effizienter planen und damit seine Kosten im Griff halten. 16 mittelständische Ladungsunternehmer haben dies zum Anlass genommen und sind über ihren Schatten gesprungen. Erst kürzlich haben sie die Kooperation ELVIS gegründet. Bleibt ihnen nur zu wünschen, dass ihre Initiative nicht wieder am Egoismus eines Firmenchefs scheitert.
Kooperation von Transportunternehmern: Elvis lebt!
Der Kommentar der Woche von VerkehrsRundschau-Redakteurin Eva Hassa